Bundesverfassungsgericht
Urt. v. 15.08.1996, Az.: 2 BvR 1075/96
Verfassungsmäßigkeit; Kindesentführung; Haager Abkommen; Elterliche Obhut ; Überstellung; Rechtliches Gehör; Beweismittel
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 15.08.1996
- Aktenzeichen
- 2 BvR 1075/96
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1996, 12449
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Rechtsgrundlagen
- Art. 6 Abs. 2 VölkerRGG
- Art. 16 Abs. 2 GG
- Art. 103 Abs. 1 GG
Fundstellen
- FamRZ 1996, 1267-1268 (Volltext mit red. LS)
- INJur 2000, 4
- IPRax 1997, 106-109 (Urteilsbesprechung von Prof. Dr. Eckhart Klein)
- IPRax 1997, 124-126 (Volltext mit red. LS)
- IPRspr 1996, 101
- NJ 1996, 521 (Pressemitteilung)
- NJW 1996, 3145-3146 (Volltext mit red. LS)
- NVwZ 1997, 53 (red. Leitsatz)
Amtlicher Leitsatz
1. Die Bestimmungen der Art. 3, 12, 13 I lit. b, 14 HKiEntfÜ sind mit dem Grundgesetz vereinbar.
2. Der Schutzbereich des Art. 16 II GG wird nicht berührt, wenn ein Kind aufgrund des Haager Übereinkommens über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung auf Ersuchen eines Elternteils vorläufig elterlicher Obhut unterstellt wird.
3. Eine mit Art. 6 II GG vereinbarte Überstellung eines Minderjährigen an eine sorgeberechtigte Person verletzt nicht das Grundrecht des Minderjährigen aus Art. 11 GG.
4. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 103 I GG) gewährt gegenüber deutschen Gerichten weder das Recht auf ein bestimmtes Beweismittel noch auf bestimmte Arten von Beweismitteln.