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Bundesgerichtshof
Beschl. v. 23.04.2007, Az.: II ZR 133/06

Revisionsgerichtliche Nachprüfung der Frage der örtlichen Zuständigkeit des erstinstanzlichen Gerichts

Bibliographie

Gericht
BGH
Datum
23.04.2007
Aktenzeichen
II ZR 133/06
Entscheidungsform
Beschluss
Referenz
WKRS 2007, 33586
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Verfahrensgang

vorgehend
AG Lörrach - 28.09.2005 - AZ: 3 C 775/05
LG Freiburg - 04.05.2006 - AZ: 3 S 306/05

Fundstellen

  • BB 2007, 1588 (amtl. Leitsatz)
  • BGHReport 2007, 942
  • DStR 2007, 2121-2122 (Volltext mit amtl. LS)
  • FamRZ 2007, 1646 (amtl. Leitsatz)
  • MDR 2007, 1153 (Volltext mit amtl. LS)
  • NJW 2007, XIV Heft 31 (amtl. Leitsatz) "Erstinstanzliche Zuständigkeit"
  • NJW-RR 2007, 1437 (Volltext mit amtl. LS) "Erstinstanzliche Zuständigkeit"
  • WM 2007, 1948-1949 (Volltext mit amtl. LS)
  • ZAP EN-Nr. 0/2007
  • ZAP EN-Nr. 547/2007
  • ZIP 2007, 1832 (amtl. Leitsatz)

Amtlicher Leitsatz

Die Frage der örtlichen Zuständigkeit des erstinstanzlichen Gerichts ist gemäß § 545 Abs. 2 ZPO der Nachprüfung durch das Revisionsgericht auch dann entzogen, wenn das Berufungsgericht, das die Zuständigkeitsfrage in Übereinstimmung mit dem Erstgericht beurteilt hat, wegen dieser Frage die Revision zugelassen hat.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
am 23. April 2007
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und
die Richter Dr. Kurzwelly, Prof. Dr. Gehrlein, Dr. Strohn und Dr. Reichart
einstimmig beschlossen:

Tenor:

  1. 1.

    Der Senat beabsichtigt, die Revision der Klägerin gemäß § 552 a ZPO zurückzuweisen.

  2. 2.

    Der Streitwert für das Revisionsverfahren wird auf 1.337,17 EUR festgesetzt.

Gründe

1

Zulassungsgründe gemäß § 543 Abs. 2 ZPO sind nicht gegeben. Die Revision der Beklagten hat auch keine Aussicht auf Erfolg.

2

Die Frage, zu deren Klärung das Berufungsgericht die Revision zugelassen hat, ist für das Revisionsverfahren nicht entscheidungserheblich. Die statthafte (§ 543 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 Satz 2 ZPO) und auch sonst zulässige Revision hat keine Aussicht auf Erfolg, ohne dass die örtliche Zuständigkeit des erstinstanzlichen Gerichts zu beurteilen ist. Gemäß § 545 Abs. 2 ZPO ist die Frage, ob das erstinstanzliche Gericht seine örtliche Zuständigkeit zu Recht angenommen oder verneint hat, der Nachprüfung durch das Revisionsgericht nach allgemeiner Meinung (vgl. BGH, Beschl. v. 7. November 2006 - VIII ZR 73/06, WuM 2006, 697;Urt. v. 7. März 2006 - VI ZR 42/05, NJW-RR 2006, 930;Beschl. v. 26. Juni 2003 - III ZR 91/03, NJW 2003, 2917;Urt. v. 28. April 1988 - I ZR 27/87, NJW 1988, 3267; Zöller/Vollkommer, ZPO 26. Aufl. § 545 Rdn. 16) jedenfalls dann entzogen, wenn das Berufungsgericht die Zuständigkeitsfrage genauso beurteilt wie das erstinstanzliche Gericht (vgl. Musielak/Ball, ZPO 5. Aufl. § 545 Rdn. 12; MünchKommZPO/Wenzel 2. Aufl. Aktualisierungsband § 545 Rdn. 15).

3

Die Entscheidung des Berufungsgerichts über die örtliche Zuständigkeit des Gerichts des ersten Rechtszugs unterliegt auch nicht deshalb der Überprüfung durch das Revisionsgericht, weil das Berufungsgericht wegen dieser Frage die Revision zugelassen hat; denn durch die Zulassungsentscheidung des Berufungsgerichts wird die Prüfungsbefugnis des Revisionsgerichts nicht erweitert (BGH, Urt. v. 7. März 2006 - VI ZR 42/05 aaO;Urt. v. 28. April 1988 - I ZR 27/87 aaO).

Streitwertbeschluss:

Der Streitwert für das Revisionsverfahren wird auf 1.337,17 EUR festgesetzt.

Goette
Kurzwelly
Gehrlein
Strohn
Reichart