Bundesarbeitsgericht
Beschl. v. 03.06.1975, Az.: 1 ABR 98/74
Anfechtung der Wahl des Wahlvorstandes; Schwesternschaft; Rotes Kreuz; Arbeitsvertrag
Bibliographie
- Gericht
- BAG
- Datum
- 03.06.1975
- Aktenzeichen
- 1 ABR 98/74
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 1975, 10008
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- LAG Frankfurt 11.06.1974 - 5 TaBV 8/74
Rechtsgrundlagen
- § 5 Abs. 1 BetrVG 1972
- § 5 Abs. 2 Nr. 3 BetrVG 1972
- § 7 BetrVG 1972
- § 16 Abs. 1 BetrVG 1972
- § 17 Abs. 1 BetrVG 1972
- § 32 BGB
- § 58 Nr. 2 BGB
- § 2 Abs. 1 Nr. 4 ArbGG 1953
- § 8 Abs. 1 ArbGG 1953
- § 2 Abs. 1 Nr. 7 AVG
- § 1 Abs. 2 Satzung der Schwesternschaft vom Roten Kreuz Frankfurt/Main von 1866 e. V.
- § 17 Nr. 7 Satzung der Schwesternschaft vom Roten Kreuz Frankfurt/Main von 1866 e. V.
- § 20 Satzung der Schwesternschaft vom Roten Kreuz Frankfurt/Main von 1866 e. V.
- Art. 1 Ziff. 4, Ziff. 5 Schwesternordnung für die Schwestern vom Deutschen Roten Kreuz i.d.F. vom 1.1.1971
- Art. 3 Ziff. 1 a-e Schwesternordnung für die Schwestern vom Deutschen Roten Kreuz i.d.F. vom 1.1.1971
- Art. 4 Ziff. 4 1. Hs. Schwesternordnung für die Schwestern vom Deutschen Roten Kreuz i.d.F. vom 1.1.1971
Fundstellen
- BAGE 27, 163 - 175
- BB 1975, 1388
- DB 1975, 2380 (amtl. Leitsatz)
- NJW 1976, 386 (amtl. Leitsatz)
Amtlicher Leitsatz
1. Die Wahl des Wahlvorstandes kann selbständig auch vor Abschluß der Betriebsratswahl angefochten werden.
2. Das Rechtsverhältnis zwischen einer Schwesternschaft vom Roten Kreuz und ihren Mitgliedern erschöpft sich mangels Abschlusses eines besonderen Arbeitsvertrages in den vereinsrechtlichen Pflichten und Rechten. Die mit ihrem Beitritt zu einer Schwesternschaft übernommene Pflicht der Rote-KreuzSchwester, in der karitativen Krankenpflege tätig zu werden, gründet sich deshalb allein auf ihre Zugehörigkeit zu der Schwesternschaft. Neben dieser alle maßgeblichen Rechte und Pflichten umfassenden Mitgliedschaft wird ein besonderes Arbeitsverhältnis regelmäßig nicht begründet. Das gilt jedenfalls dann, wenn die Rote-Kreuz-Schwester in einem von ihrer Schwesternschaft selbst betriebenen Krankenhaus tätig ist.