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Bundesverwaltungsgericht
Beschl. v. 19.12.1984, Az.: BVerwG Gr. Sen. 2.84

Nachträgliche Erkenntnis einer Behörde vom rechtswidrigen Erlass eines begünstigenden Verwaltungsakts aufgrund unzureichender Berücksichtigung eines vollständig bekannten Sachverhaltes oder unrichtiger Würdigung; Fristbeginn bei Kenntniserlangung der Behörde von der Rechtswidrigkeit des Verwaltungsaktes

Bibliographie

Gericht
BVerwG
Datum
19.12.1984
Aktenzeichen
BVerwG Gr. Sen. 2.84
Entscheidungsform
Beschluss
Referenz
WKRS 1984, 18767
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Verfahrensgang

vorgehend
BVerwG - AZ: 6 C 142.82
BVerwG - AZ: 2 C 101.81

Fundstellen

  • BVerwGE 70, 356 - 365
  • BRS 42, 471 - 476
  • BWVPr 1985, 106-108
  • BauR 1985, 296-299
  • BayVBl 1985, 311-313
  • DVBl 1985, 522-525
  • DokBer A 1985, 105-110
  • DÖV 1985, 431
  • DÖV 1985, 442-444
  • DÖV 1992, 247
  • IFLA 1985, 113-116
  • JA 1985, 413-414
  • JuS 1985, 561-562
  • JuS 1985, 947
  • NJW 1985, 819-821
  • NVwZ 1985, 880
  • RdL 1992, 331-333
  • RdL 1992, 311
  • RiA 1985, 256-259
  • VD 1986, 53

Hinweis

Hinweis: Verbundenes Verfahren

Volltext siehe:
BVerwG - 19.12.1984 - AZ: Gr. Sen. 1.84

Amtlicher Leitsatz

§ 48 Abs. 4 Satz 1 VwVfG und Art. 48 Abs. 4 Satz 1 BayVwVfG finden Anwendung, wenn die Behörde nachträglich erkennt, daß sie den beim Erlaß eines begünstigenden Verwaltungsakts vollständig bekannten Sachverhalt unzureichend berücksichtigt oder unrichtig gewürdigt und deswegen rechtswidrig entschieden hat. Die Frist beginnt zu laufen, wenn die Behörde die Rechtswidrigkeit des Verwaltungsakts erkannt hat und ihr die für die Rücknahmeentscheidung außerdem erheblichen Tatsachen vollständig bekannt sind.

In den Verwaltungsstreitsachen
hat der Große Senat des Bundesverwaltungsgerichts
am 19. Dezember 1984
durch
den Präsidenten des Bundesverwaltungsgerichts Prof. Dr. Sendler,
die Vorsitzenden Richter am Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. Gützkow, Prof. Dr. Weyreuther, Dr. Zehner, Dr. Korbmacher, Fischer,
den Richter am Bundesverwaltungsgericht Rochlitz,
die Richterin am Bundesverwaltungsgericht Dr. Eckstein und
die Richter am Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. Barbey, Dr. Schinkel und Dr. Kleinvogel
ohne mündliche Verhandlung
beschlossen:

Tenor:

Die Verfahren BVerwG Gr.Sen. 1.84 und 2.84 werden zur gemeinsamen Entscheidung verbunden.

§ 48 Abs. 4 Satz 1 VwVfG und Art. 48 Abs. 4 Satz 1 BayVwVfG finden Anwendung, wenn die Behörde nachträglich erkennt, daß sie den beim Erlaß eines begünstigenden Verwaltungsakts vollständig bekannten Sachverhalt unzureichend berücksichtigt oder unrichtig gewürdigt und deswegen rechtswidrig entschieden hat. Die Frist beginnt zu laufen, wenn die Behörde die Rechtswidrigkeit des Verwaltungsakts erkannt hat und ihr die für die Rücknahmeentscheidung außerdem erheblichen Tatsachen vollständig bekannt sind.