Bundesarbeitsgericht
Urt. v. 10.10.1957, Az.: 2 AZR 48/55
Verhandlungsprotokolle der Tarifpartner; Auslegung des Tarifvertrages; Verfahrensrüge; Erhöhter Mehrarbeitszuschlag; Manteltarifvertrag; Zusatzschicht; Regelmäßige Schicht; Ausschlußklausel; Tarifwidrige Entlohnung
Bibliographie
- Gericht
- BAG
- Datum
- 10.10.1957
- Aktenzeichen
- 2 AZR 48/55
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1957, 10067
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- LAG Hamm 14.12.1954 - 1 Sa 350/54
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BAGE 5, 323 - 331
- AP Nr. 12 zu § 1 TVG Auslegung
- DB 1958, 460 (Volltext)
Amtlicher Leitsatz
1. Das Revisionsgericht darf die Verhandlungsprotokolle der Tarifpartner, die für die Auslegung des Tarifvertrages von Bedeutung sein können, auch ohne ausdrückliche Verfahrensrüge heranziehen.
2. Den erhöhten Mehrarbeitszuschlag nach Manteltarifvertrag für die Arbeiter im rheinisch-westfälischen Steinkohlenbergbau § 17 Abs. 3 vom 07.04.1953 erhält auch, wer eine Zusatzschicht unmittelbar vor seiner regelmäßigen Schicht leistet.
3. Die Ausschlußklausel des Manteltarifvertrag für die Arbeiter im rheinisch-westfälischen Steinkohlenbergbau § 33 Abs. 2 vom 07.04.1953 erfaßt nicht die tarifwidrige Entlohnung.