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Bundesarbeitsgericht
Urt. v. 07.11.1995, Az.: 3 AZR 676/94

Manteltarifvertrag; Banken; Organisationsrecht; Arbeit am Silvestertag

Bibliographie

Gericht
BAG
Datum
07.11.1995
Aktenzeichen
3 AZR 676/94
Entscheidungsform
Urteil
Referenz
WKRS 1995, 10079
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Verfahrensgang

vorgehend
ArbG Bonn - 02.09.1993 - AZ: 5 Ca 971/93
LAG Köln - 16.05.1994 - AZ: 3 Sa 1170/93

Fundstellen

  • AuR 1995, 466-467 (Kurzinformation)
  • AuR 1996, 376 (amtl. Leitsatz)
  • BB 1996, 1564 (amtl. Leitsatz)
  • DB 1996, 2634-2635 (amtl. Leitsatz)
  • JR 1996, 528
  • JuS 1997, 184-185 (Volltext mit amtl. LS)
  • NZA 1996, 1214-1217 (Volltext mit amtl. LS)
  • RdA 1996, 318 (amtl. Leitsatz)
  • ZTR 1996, 460 (amtl. Leitsatz)

Amtlicher Leitsatz

1. § 3 Nr. 2 Satz 2 des Manteltarifvertrages für die Volksbanken und Raiffeisenbanken in der Fassung vom 4.April 1992 (MTV) schreibt ohne Einschränkung vor, daß die Geschäftsstellen am 31.Dezember eines jeden Jahres geschlossen bleiben. Die Banken dürfen ihre Geschäftsstellen an diesem Tag auch nicht durch Einsatz von Arbeitnehmern offenhalten, die nicht unter den persönlichen Geltungsbereich des Tarifvertrages fallen.

2. § 3 Nr. 2 Satz 2 MTV ist eine betriebliche Norm im Sinne des § 3 Abs. 2 TVG. Sie schränkt das Organisationsrecht der Arbeitgeber ein und stellt dadurch sicher, daß die Arbeit am Silvestertag tatsächlich auf das Notwendige beschränkt bleibt.

3. Diese tarifvertragliche Regelung verstößt weder gegen das Demokratie- und Rechtsstaatsprinzip (Art. 20 GG) noch gegen die negative Koalitionsfreiheit (Art. 9 Abs. 3 GG) noch gegen die Freiheit der Berufsausübung (Art. 12 Abs. 1 GG).