Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 21.04.2023, Az.: 2 BvR 1838/22
Wiederholung der einstweiligen Anordnung bis zu einer Entscheidung über die Verfassungsbeschwerde
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 21.04.2023
- Aktenzeichen
- 2 BvR 1838/22
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 2023, 39356
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- ECLI:DE:BVerfG:2023:rk20230421.2bvr183822
Verfahrensgang
- vorgehend
- OLG Naumburg - 16.08.2022 - AZ: 1 AR 112/22
- OLG Naumburg - 19.10.2022 - AZ: 1 AR 112/22
Rechtsgrundlage
In dem Verfahren
über
die Verfassungsbeschwerde
des Herrn (...),
- Bevollmächtigter: Rechtsanwalt Dr. Martin Rademacher
in Sozietät Rechtsanwälte Rademacher & Horst,
Königsallee 90, 40212 Düsseldorf -
gegen a) den Beschluss des Oberlandesgerichts Naumburg
vom 19. Oktober 2022 - 1 AR 112/22 -,
b) den Beschluss des Oberlandesgerichts Naumburg
vom 16. August 2022 - 1 AR 112/22 -
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
hier: Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
hat die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch
die Vizepräsidentin König
und die Richter Maidowski,
Offenloch
am 21. April 2023 einstimmig beschlossen:
Tenor:
Die einstweilige Anordnung vom 31. Oktober 2022 wird bis zu einer Entscheidung über die Verfassungsbeschwerde, längstens für die Dauer von sechs Monaten, wiederholt (§ 32 Absatz 6 Satz 2 BVerfGG).
Die - derzeit nicht vollzogene - Auslieferungshaft bleibt von der einstweiligen Anordnung unberührt.
Gründe
I.
Das Bundesverfassungsgericht hat durch einstweilige Anordnung vom 31. Oktober 2022 die Übergabe des Beschwerdeführers an die Behörden der Republik Türkei bis zur Entscheidung über die Verfassungsbeschwerde, längstens für die Dauer von sechs Monaten, einstweilen ausgesetzt.
II.
Das Bundesverfassungsgericht kann eine einstweilige Anordnung dann wiederholen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen für den erstmaligen Erlass einer solchen Anordnung noch gegeben sind (vgl. BVerfGE 21, 50; 89, 113 [BVerfG 17.08.1993 - 1 BvR 1474/92] <115 f.>; 97, 102 <102>). Dies ist vorliegend der Fall. Zur Begründung wird auf den Beschluss vom 31. Oktober 2022 verwiesen.