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Bundesarbeitsgericht
Urt. v. 31.03.1969, Az.: 3 AZR 300/68

Mutterschutz; Beschäftigungsverbot; Umsetzung

Bibliographie

Gericht
BAG
Datum
31.03.1969
Aktenzeichen
3 AZR 300/68
Entscheidungsform
Urteil
Referenz
WKRS 1969, 10172
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Verfahrensgang

vorgehend
LAG Stuttgart 14.02.1968 - 5 Sa 37/67

Fundstellen

  • BAGE 21, 370 - 379
  • DB 1969, 1250-1252 (Volltext mit amtl. LS)
  • MDR 1969, 876 (Volltext mit amtl. LS)
  • NJW 1969, 1454-1456 (Volltext mit amtl. LS)

Amtlicher Leitsatz

Der Arbeitgeber kann die Folge eines mutterschutzrechtlichen Beschäftigungsverbots aus § 11 MuSchG (Weiterzahlung des bisherigen Arbeitsentgeltes ohne oder gegen eine geringerwertige Arbeitsleistung) dadurch abwenden, daß er die Arbeitnehmerin auf eine andere (nicht verbotene) Arbeit umsetzt. Die Arbeitnehmerin muß dem nachkommen, wenn die andere Arbeit für sie zumutbar ist. Dabei sind alle wesentlichen Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen, darunter auch solche in der persönlichen Sphäre der Arbeitnehmerin. Dem Schutz von Mutter und Kind gebührt der Vorrang. Die Arbeitnehmerin muß auch dann der Umsetzung Folge leisten, wenn sie nach dem im Arbeitsvertrag festgelegten Tätigkeitsbereich zur Leistung der angebotenen (und zumutbaren) neuen Arbeit nicht verpflichtet wäre. Bei Ablehnung einer zumutbaren Arbeit entfällt insoweit der Anspruch aus § 11 MuSchG.