Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 10.05.1983, Az.: 1 BvR 385/82
Grundrecht der Pressefreiheit; Anzeigenteil; Inhalt von Mitteilungen; Person des Informanten; Auftraggeber; Chiffreanzeige; Zeugniszwang; Zeugnisverweigerung
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 10.05.1983
- Aktenzeichen
- 1 BvR 385/82
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 1983, 11448
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- LG Koblenz 29.01.1982 - StV 18/81
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BVerfGE 64, 108 - 120
- AfP 1983, 385-387
- DVBl 1983, 940-941 (Volltext mit amtl. LS)
- JZ 1983, 795
- MDR 1983, 993-995 (Volltext mit amtl. LS)
- NJW 1984, 1101-1102 (Volltext mit amtl. LS)
Redaktioneller Leitsatz
1. Der Anzeigenteil von Presseerzeugnissen wird durch das Grundrecht der Pressefreiheit umfaßt, so daß grundsätzlich auch das Recht, die Aussage über den Inhalt von Mitteilungen und die Person des Informanten im Verhältnis zum Auftraggeber einer Chiffreanzeige besteht.
2. Wenn nicht ein gesetzlicher Grund zur Zeugnisverweigerung (§ 53 Abs. 1 Nr. 5 StPO) gegeben ist begründet § 70 Abs. 1 StPO als allgemeines Gesetz einen Zeugniszwang für die Presse.