Bundesfinanzhof
Urt. v. 06.02.1996, Az.: VII R 50/95
Steuerschuld; Tilgungswirkung; Entscheidungszeitpunkt
Bibliographie
- Gericht
- BFH
- Datum
- 06.02.1996
- Aktenzeichen
- VII R 50/95
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1996, 11069
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BFHE 179, 556 - 562
- BB 1996, 1264 (amtl. Leitsatz)
- BB 1997, 299-302 (Volltext mit amtl. LS)
- BFH/NV 1996, 189-191
- BStBl II 1997, 112-115 (Volltext mit amtl. LS)
- DStR 1996, 1242-1243 (Volltext mit amtl. LS)
- DStZ 1996, 411-412 (Volltext mit amtl. LS)
- HFR 1996, 477-478 (Volltext mit amtl. LS)
- NJW 1996, 2256 (amtl. Leitsatz)
Amtlicher Leitsatz
1. Zahlungen, die nach Entstehung des abstrakten, materiellrechtlichen Anspruchs aus dem Steuerschuldverhältnis auf diesen geleistet worden sind, haben Tilgungswirkung (§ 47 AO 1977), auch wenn sie die durch Steuerbescheid festgesetzte Steuer übersteigen.
2. Ob ein (Einkommensteuer-) Erstattungsanspruch zur Entstehung gelangt ist, ist bei mehrfacher Änderung der Veranlagung nicht aufgrund der jeweiligen Steuerfestsetzungen, sondern nach dem Stand der Erkenntnis zum maßgeblichen Entscheidungszeitpunkt (z. B. Erlaß des angefochtenen Abrechnungsbescheids) zu beurteilen.
3. Der einheitliche Anspruch aus dem Steuerschuldverhältnis für die Steuer eines Veranlagungszeitraums kann bei mehrfach geänderter Steuerfestsetzung nicht in unterschiedliche Steuerzahlungs- und Erstattungsansprüche aufgespalten werden, die bezogen auf die jeweils ergangenen Steuerbescheide unterschiedlichen Verjährungsfristen unterliegen.