Bundesverfassungsgericht
Urt. v. 17.12.2002, Az.: 1 BvL 29/95
Rechtsauffassung des Sozialgerichts als maßgeblicher Ausgangspunkt für eine verfassungsrechtliche Prüfung; Entgegenstehen von Fragen des europäischen Gemeinschaftsrechts bei einer konkreten Normenkontrolle; Erfordernis der ausreichenden Darlegung der auf die zur Prüfung gestellten Normen; Entscheidungserheblichkeit eines Gesetzes bei der konkreten Normenkontrolle bei Unanwendbarkeit wegen Anwendungsvorrang von europäischem Gemeinschaftsrecht; Abhängigkeit des Ergebnisses der Entscheidung des vorlegenden Gerichts von der Gültigkeit der zur Prüfung gestellten Norm; Zweck der Befristung einer Rechtsverordnung betreffend die Zuzahlung bei Arzneimitteln; Verfassungsrechtliches Gebot der Festsetzung von Festbeträgen durch Rechtsverordnung; Befugnis der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Festsetzung von Arzneimittelfestbeträgen ; Verletzung von Grundrechten der Ärzte durch die Festbetragsfestsetzung in Fom der Allgemeinverfügung; Anwendbarkeit des des Artikel 12 Absatz 1 Grundgesetz (GG) auf juristische Personen; Freiheit der Festsetzung oder Aushandelung des Entgeltes für berufliche Leistungen; Umfang der Gewährleistung der Teilhabe am Wettbewerb durch Artikel 12 Absatz 1 Grundgesetz; Grundsatz der Wirtschaftlichkeit des Leistungssystems der Krankenkassen; Eröffnung von wirtschaftslenkenden Handlungsspielräumen für die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen bei der Festsetzung der Festbeträge für Arzneimittel; Möglichkeit der Strukturierung der Angebotsvielfalt zur Verbesserung der Transparenz des Arzneimittelmarktes; Berührung der Berufsausübungsfreiheit der Arzte und der Handlungsfreiheit der Versicherten durch die Festbetragsfestsetzung; Festbetragsfestsetzung als eine Maßnahme des Verwaltungsvollzugs; Sicherstellung der ersatzweisen Durchsetzung der Normenkonkretisierung durch ein Eintrittsrecht des zuständigen Bundesministers; Zweck der Festsetzung von Festbeträgen für Arzneimitteln; Zulässigkeit des Erlasses einer Allgemeinverfügung betreffend den Vollzug hinreichend bestimmter Vorschriften; Erfüllung des rechtsstaatlichen Bestimmtheitsgebotes durch die Normen betreffend das Versorgungsziel der gesetzlichen Krankenversicherung; Erfordernis der wesentlichen Gleichbehandlung der Versicherten durch ein Versicherungssystem; Kontrolle der Festbetragsfestsetzung
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 17.12.2002
- Aktenzeichen
- 1 BvL 29/95
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 2002, 25470
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Rechtsgrundlagen
- § 35 SGB V
- § 36 SGB V
- Art. 12 Abs. 1 GG
- § 92 SGB V
- Art. 234 EGV
- Art. 100 GG
- § 35 a Abs. 6 SGB V
- Art. 20 GG
- Art. 80 GG
- Art. 19 Abs. 3 GG
- § 12 Abs. 1 SGB V
- Art. 2 Abs. 1 GG
- § 207 Abs. 1 SGB V
- § 212 Abs. 4 SGB V
- § 214 i.V.m. §§ 212, 213 SGB V
- § 35 Abs. 6 i.V.m. § 213 Abs. 3 S. 1 SGB V
- § 2 Abs. 4 SGB V
- § 4 Abs. 4 SGB V
- § 35 Abs. 7 S. 1 SGB V
- § 36 Abs. 3 i.V.m. § 35 Abs. 7 S. 1 SGB V
Fundstellen
- BVerfGE 106, 275 - 310
- NVWZ 2003, 191-192 (Pressemitteilung)
- NVwZ 2003, 191-192 (Pressemitteilung)
- SGb 2003, 458-464 (Volltext mit amtl. LS)
Tenor:
Die in § 35 und in § 36 in Verbindung mit § 35 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch - Gesetzliche Krankenversicherung - vom 20. Dezember 1988 (Bundesgesetzblatt I Seite 2477) den dort genannten Verbänden eingeräumte Ermächtigung, Festbeträge festzusetzen, ist mit dem Grundgesetz vereinbar.
Hinweis: Verbundenes Verfahren
Volltext siehe unter:
BVerfG - 17.12.2002 - AZ: 1 BvL 28/95Weitere Verbundverfahren:
BVerfG - 17.12.2002 - AZ: 1 BvL 30/95