Bundesgerichtshof
Urt. v. 03.04.1990, Az.: XI ZR 206/88
Cic; Frühere Sanierungserfolge; Besonderes Vertrauen; Vertragsverhandlung; Umstandsverschweigung; Unternehmenssanierung
Bibliographie
- Gericht
- BGH
- Datum
- 03.04.1990
- Aktenzeichen
- XI ZR 206/88
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1990, 13754
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BB 1990, 1220-1221 (Volltext mit amtl. LS)
- DB 1990, 1128-1130 (Volltext mit amtl. LS)
- JurBüro 1990, 568 (Kurzinformation)
- KTS 1990, 494-498
- MDR 1991, 48 (Volltext mit amtl. LS)
- NJW 1990, 1907-1909 (Volltext mit amtl. LS)
- NJW-RR 1990, 1253 (amtl. Leitsatz)
- VersR 1990, 753-755 (Volltext mit amtl. LS)
- WM 1990, 966-969 (Volltext mit amtl. LS)
- ZBB 1990, 161
- ZIP 1990, 659-662
Amtlicher Leitsatz
1. Ein Unternehmensberater, der die Geschäftsführung eines sanierungsbedürftigen Unternehmens übernimmt und bei Vertragsverhandlungen, die er als Vertreter des Unternehmens mit Dritten führt, auf seine früheren Sanierungserfolge hinweist, kann damit besonderes persönliches Vertrauen in Anspruch nehmen und deswegen bei Pflichtverletzungen selbst aus Verschulden bei Vertragsverhandlungen haften.
2. Ein Unternehmenssanierer, der bei Kreditverhandlungen besonderes persönliches Vertrauen für sich in Anspruch nimmt, darf dem Verhandlungspartner Umstände, die seine Eignung für die Sanierungsaufgabe in Frage stellen (hier: Vorstrafe wegen Betrugs, eidesstattliche Versicherung nach § 807 ZPO, Fälschung von Dienstzeugnissen), nicht verschweigen.