Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 16.01.1991, Az.: 1 BvR 1326/90
Vorläufiger Rechtsschutz; Einstellung; Abwägung; Unschuldsvermutung; Zustimmung
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 16.01.1991
- Aktenzeichen
- 1 BvR 1326/90
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 1991, 12313
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- BayVGH 21.09.1990 - 21 CS 90. 0205
- VG Ansbach 21.06.1990 - AN 16 S 90 00484
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- AZRT 1991, 12-14
- DVBl 1991, 482-484 (Volltext mit red. LS)
- MDR 1991, 891-892 (Volltext mit amtl. LS)
- NJW 1991, 1530-1532 (Volltext mit red. LS)
- NVwZ 1991, 663 (red. Leitsatz)
Redaktioneller Leitsatz
1. § 153a Abs. 2 StPO setzt keinen Nachweis der Tat voraus. Daher ist eine nach dieser Regelung erfolgte Einstellung keine Entscheidung über die Begehung der Tat.
2.Innerhalb einer Abwägung der widerstreitenden Interessen in einem Verfahren nach § 80 V VwGO verstößt es gegen die Unschuldsvermutung, wenn die Zustimmung des Betroffenen zu einem strafgerichtlichen Einstellungsbeschluß den Ausschlag für die Annahme eines Überwiegens der öffentlichen Interessen gibt.