Bundesarbeitsgericht
Beschl. v. 14.09.2017, Az.: 5 AS 7/17
Versetzung; Verbindlichkeit einer unbilligen Weisung; Antwort des 5. Senats; Keine Bindung des Arbeitnehmers an eine unbillige Ausübung des Weisungsrechts durch den Arbeitgeber
Bibliographie
- Gericht
- BAG
- Datum
- 14.09.2017
- Aktenzeichen
- 5 AS 7/17
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 2017, 24343
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- ArbG Dortmund - 08.09.2015 - AZ: 7 Ca 1224/15
- LAG Hamm - 17.03.2016 - AZ: 17 Sa 1660/15
- BAG - 14.06.2017 - AZ: 10 AZR 330/16 (A)
- nachfolgend
- BAG - 18.10.2017 - AZ: 10 AZR 330/16
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BAGE 160, 181 - 181
- AA 2017, 181
- AA 2018, 13
- ArbR 2017, 487
- ArbRB 2017, 300
- AuA 2017, 574
- AuR 2017, 511
- AuUR 2017, 423
- AuUR 2017, 511
- BB 2017, 2292 (Pressemitteilung)
- DStR 2017, 10 (Pressemitteilung)
- DStR 2017, 2753
- DZWIR 27, 600 - 600
- DZWIR 2017, 600
- EzA-SD 20/2017, 4 (Pressemitteilung)
- FA 2017, 354
- FSt 2018, 325-329
- GWR 2017, 460
- NVwZ 2017, 9 (Pressemitteilung)
- NZA 2017, 7
- NZA 2017, 1452
- NZG 2017, 5
- SPA 2017, 159
- StX 2017, 671
- ZAP EN-Nr. 72/2018
- ZAP 2018, 116
- ZIP 2017, 74
- ZMV 2017, 335
Amtlicher Leitsatz
Der Fünfte Senat hält an seiner im Urteil vom 22. Februar 2012 (- 5 AZR 249/11 - Rn. 24, BAGE 141, 34) vertretenen Auffassung, wonach sich ein Arbeitnehmer über eine unbillige Ausübung des Weisungsrechts - sofern sie nicht aus anderen Gründen unwirksam ist - nicht hinwegsetzen darf, sondern entsprechend § 315 Abs. 3 Satz 2 BGB die Gerichte für Arbeitssachen anrufen muss, nicht mehr fest.
In Sachen
Beklagte, Widerklägerin, Berufungsklägerin und Revisionsklägerin,
pp.
Kläger, Widerbeklagter, Berufungsbeklagter und Revisionsbeklagter,
hat der Fünfte Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der Beratung vom 14. September 2017 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesarbeitsgericht Prof. Dr. Koch, die Richterinnen am Bundesarbeitsgericht Weber und Dr. Volk sowie die ehrenamtlichen Richter Mandrossa und Prinz beschlossen:
Tenor:
Der Fünfte Senat hält an seiner im Urteil vom 22. Februar 2012 (- 5 AZR 249/11 - Rn. 24, BAGE 141, 34) vertretenen Auffassung, wonach sich ein Arbeitnehmer über eine unbillige Ausübung des Weisungsrechts - sofern sie nicht aus anderen Gründen unwirksam ist - nicht hinwegsetzen darf, sondern entsprechend § 315 Abs. 3 Satz 2 BGB die Gerichte für Arbeitssachen anrufen muss, nicht mehr fest.
Gründe
I. Der Zehnte Senat hat gemäß § 45 Abs. 3 Satz 1 ArbGG angefragt, ob der Fünfte Senat an seiner Rechtsauffassung zur Verbindlichkeit von Weisungen des Arbeitgebers im Anwendungsbereich des § 106 GewO festhält (Beschluss vom 14. Juni 2017 - 10 AZR 330/16 (A) -). Der Fünfte Senat hat bisher angenommen, dass sich ein Arbeitnehmer über eine unbillige Ausübung des Weisungsrechts - sofern sie nicht aus anderen Gründen unwirksam sei - nicht hinwegsetzen dürfe, sondern entsprechend § 315 Abs. 3 Satz 2 BGB die Gerichte für Arbeitssachen anrufen müsse. Wegen der das Arbeitsverhältnis prägenden Weisungsgebundenheit sei der Arbeitnehmer an die durch die Ausübung des Weisungsrechts erfolgte Konkretisierung ua. des Inhalts der Arbeitsleistung vorläufig gebunden, bis durch ein rechtskräftiges Urteil die Unverbindlichkeit der Leistungsbestimmung feststehe (BAG 22. Februar 2012 - 5 AZR 249/11 - Rn. 24, BAGE 141, 34).
II. Daran hält der Senat nicht mehr fest. Von einer Begründung wird im Hinblick auf die Ausführungen des Zehnten Senats im vorgenannten Beschluss vom 14. Juni 2017 (- 10 AZR 330/16 (A) - Rn. 61) abgesehen.
Weber
Volk
Mandrossa
Prinz