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Bundesverfassungsgericht
Urt. v. 08.05.2007, Az.: 2 BvM 1/06

Weigerung eines Staates zur Erfüllung von Zahlungsansprüchen einer Privatperson aufgrund eines wegen Zahlungsunfähigkeit kraft einer Regelung des Völkerrechts erklärten Staatsnotstandes; Begriff des Staatsnotstandes; Übertragbarkeit der Regeln über den völkerrechtlichen Notstand auf Privatrechtsverhältnisse; Zulässigkeit der Vorlage eines Fachgerichts an das Bundesverfassungsgericht; Begriff der Allgemeinheit einer Regel des Völkerrechts; Bestehen eines einheitlichen oder eines kodifizierten Konkursrechts der Staaten im Völkerrecht; Gewohnheitsrechtliche Anerkennung des völkerrechtlichen Rechtfertigungsgrundes des Notstands in Völkerrechtsverhältnissen; Zulässigkeit einer Vorlage bei Entscheidungserheblichkeit; Vergleich der allgemeinen Anerkennung der Notstandseinrede in Privatrechtsverhältnisse in verschiedenen Staaten

Bibliographie

Gericht
BVerfG
Datum
08.05.2007
Aktenzeichen
2 BvM 1/06
Entscheidungsform
Urteil
Referenz
WKRS 2007, 33288
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Verfahrensgang

vorgehend
AG Frankfurt am Main - 21.03.2003 - AZ: 31 C 3475/02 - 83
AG Frankfurt am Main - 21.03.2003 - AZ: 31 C 150/03 - 83
AG Frankfurt am Main - 19.05.2006 - AZ: 30 C 1236/05 - 24
AG Frankfurt am Main - 16.05.2006 - AZ: 31 C 883/04 - 83
AG Frankfurt am Main - 10.03.2003 - AZ: 31 C 3476/02 - 83
AG Frankfurt am Main - 10.03.2003 - AZ: 31 C 3474/02 - 83
AG Frankfurt am Main - 10.03.2003 - AZ: 31 C 2966/02 - 83

Fundstellen

  • DB 2007, XXVI Heft 27-28 (Pressemitteilung)
  • DVBl 2007, 1038-1043 (Volltext mit amtl. LS)
  • DVBl 2007, A305 (Pressemitteilung)
  • IPRax 2008, 427-432 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)
  • RIW 2007, 690-695 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)
  • WM 2007, 1315-1319 (Volltext mit amtl. LS)
  • WM 2008, 425-433 (Urteilsbesprechung von Dr. Christian Mayer)
  • ZAP EN-Nr. 462/2007
  • ZBB 2007, 304 (red. Leitsatz)
  • ZBB 2007, 487-492 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)
  • ZIP 2007, A55 (Kurzinformation)

Verfahrensgegenstand

Frage, ob der seitens der Beklagten erklärte Staatsnotstand wegen Zahlungsunfähigkeit diese kraft einer Regel des Völkerrechts berechtigt, die Erfüllung fälliger Zahlungsansprüche zeitweise zu verweigern, und gegebenenfalls, ob es sich dabei um eine allgemeine Regel des Völkerrechts handelt, die gemäß Artikel 25 des Grundgesetzes Bestandteil des Bundesrechts ist, die unmittelbar Rechte und Pflichten für den Einzelnen - hier die Parteien - erzeugt,
I. a) Vorlagebeschluss des Amtsgerichts Frankfurt am Main vom 10. März 2003 in seiner abgeänderten Fassung vom 2. Juli 2003 - 31 C 2966/02 - 83 -,
b) Vorlagebeschluss des Amtsgerichts Frankfurt am Main vom 10. März 2003 in seiner abgeänderten Fassung vom 4. Juli 2003 - 31 C 3476/02 - 83 -,
c) Vorlagebeschluss des Amtsgerichts Frankfurt am Main vom 10. März 2003 in seiner abgeänderten Fassung vom 3. Juli 2003 - 31 C 3474/02 - 83 -,
d) Vorlagebeschluss des Amtsgerichts Frankfurt am Main vom 21. März 2003 in seiner abgeänderten Fassung vom 24. November 2003 - 31 C 3475/02 - 83 -,
e) Vorlagebeschluss des Amtsgerichts Frankfurt am Main vom 21. März 2003 in seiner abgeänderten Fassung vom 9. Dezember 2003 - 31 C 150/03 - 83 -
II. Vorlagebeschluss des Amtsgerichts Frankfurt am Main vom 16. Mai 2006 - 31 C 883/04 - 83 -
III. Vorlagebeschluss des Amtsgerichts Frankfurt am Main vom 19. Mai 2006 - 30 C 1236/05 - 24 -

Hinweis

Hinweis: Verbundenes Verfahren

Volltext siehe unter: BVerfG - 08.05.2007 - AZ: 2 BvM 1/03

Weitere Verbundverfahren:
BVerfG - 08.05.2007 - AZ: 2 BvM 2/03
BVerfG - 08.05.2007 - AZ: 2 BvM 3/03
BVerfG - 08.05.2007 - AZ: 2 BvM 4/03
BVerfG - 08.05.2007 - AZ: 2 BvM 5/03
BVerfG - 08.05.2007 - AZ: 2 BvM 2/06

In den Verfahren zur verfassungsrechtlichen Prüfung
hat das Bundesverfassungsgericht - Zweiter Senat -
unter Mitwirkung
der Richterinnen und Richter Vizepräsident Hassemer, Broß, Osterloh, Di Fabio, Mellinghoff, Lübbe-Wolff, Gerhardt und Landau
am 8. Mai 2007
beschlossen:

Tenor:

Die Verfahren werden zur gemeinsamen Entscheidung verbunden.

Es ist keine allgemeine Regel des Völkerrechts feststellbar, die einen Staat gegenüber Privatpersonen berechtigt, die Erfüllung fälliger privatrechtlicher Zahlungsansprüche unter Berufung auf den wegen Zahlungsunfähigkeit erklärten Staatsnotstand zeitweise zu verweigern.