Suche

Nutzen Sie die Schnellsuche, um nach den neuesten Urteilen in unserer Datenbank zu suchen!

Bundesverfassungsgericht
Urt. v. 10.01.1995, Az.: 1 BvF 1/90

Koalitionsfreiheit; Grundrechtsträger; Berufsfreiheit; Seeschiffahrtsregister

Bibliographie

Gericht
BVerfG
Datum
10.01.1995
Aktenzeichen
1 BvF 1/90
Entscheidungsform
Urteil
Referenz
WKRS 1995, 13210
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Fundstellen

  • BVerfGE 92, 26 - 53
  • AuR 1995, 61 (Kurzinformation)
  • BB 1995, 257-258 (Pressemitteilung)
  • DB 1995, 483-484 (Volltext mit amtl. LS)
  • IPRax 1996, 115-120 (Volltext mit amtl. LS)
  • IPRspr 1995, 55
  • JZ 1995, 507-509 (Urteilsbesprechung von Prof. Dr. Rainer Lagoni)
  • JuS 1996, 68
  • MDR 1995, 289-290 (Volltext mit amtl. LS)
  • NJW 1995, 2339-2343 (Volltext mit amtl. LS) ""Zweitregister""
  • NVwZ 1995, 465-466 (Pressemitteilung)
  • NVwZ 1995, 989 (amtl. Leitsatz)
  • NZA 1995, 272-277 (Volltext mit amtl. LS)
  • NZA 1995, 504-505 (Urteilsbesprechung von Rechtsanwalt Dr. Rolf Geffken)
  • RIW 1995, 676-680 (Volltext mit amtl. LS)
  • TranspR 1995, 246-252 (Volltext mit amtl. LS)

Amtlicher Leitsatz

1. Berührt die Ausübung der Koalitionsfreiheit (Art. 9 Abs. 3 GG) zwangsläufig die Rechtsordnungen anderer Staaten und werden widerstreitende Interessen von Trägern dieses Grundrechts in einem Raum ausgetragen, der von der deutschen Rechtsordnung nicht mit alleinigem Gültigkeitsanspruch beherrscht wird, ist die Gestaltungsbefugnis des Gesetzgebers größer als bei Regelungen von Rechtsbeziehungen mit inländischem Schwerpunkt. Auch dann bleibt er aber verpflichtet, dem Grundrecht die unter den obwaltenden und von ihm nicht beeinflußbaren Bedingungen größtmögliche Anwendung zu sichern.

2. Die Berufsfreiheit der deutschen Seeleute wird nicht dadurch verletzt, daß der Gesetzgeber auf deutschen Handelsschiffen, die in das Internationale Seeschiffahrtsregister eingetragen sind, den Abschluß von arbeitsrechtlichen Vereinbarungen nach Maßgabe ausländischen Rechts erleichtert zuläßt.

3. Es verstößt nicht gegen den allgemeinen Gleichheitssatz, daß nach § 21 Abs. 4 des Flaggenrechtsgesetzes (FlRG) ausländische Seeleute auf deutschen Handelsschiffen zu Heimatheuern beschäftigt werden können.