Bundesarbeitsgericht
Urt. v. 25.08.1982, Az.: 4 AZR 1064/79
Tarifklausel
Bibliographie
- Gericht
- BAG
- Datum
- 25.08.1982
- Aktenzeichen
- 4 AZR 1064/79
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1982, 10184
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- ArbG Essen 05.01.1979 - 5 Ca 3225/78
- LAG Düsseldorf 24.07.1979 - 5 Sa 356/79
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BAGE 39, 321 - 329
- DB 1982, 2574
- JR 1983, 352
Amtlicher Leitsatz
1. Die Tarifklausel des MTV Holz 1976
"Grundsätzlich wird Arbeitsentgelt nur für die Zeit gezahlt, in der Arbeit geleistet wird, sowie für die Zeit der Arbeitsbereitschaft, es sei denn, daß gesetzliche oder tarifliche Vorschriften etwas anderes bestimmen"
bedeutet, daß grundsätzlich nur geleistete Arbeit und Arbeitsbereitschaft vergütet werden und Ausnahmen von diesem Grundsatz nur dann gelten sollen, wenn gesetzliche oder in dem Tarifwerk selbst enthaltene Bestimmungen dies vorsehen.
2. Da damit die Tarifvertragsparteien des MTV Holz 1976 § 616 Abs. 1 BGB wirksam abbedungen und modifiziert haben und der Tarifvertrag für den Fall der Goldenen Hochzeit der Eltern des Arbeitnehmers einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung nicht vorsieht, besteht im Geltungsbereich des MTV Holz 1976 ein solcher Anspruch nicht. Diese tarifliche Regelung verstößt nicht gegen höherrangiges staatliches Recht.
3. Die Entscheidung über die Einholung von Auskünften der Tarifvertragsparteien zum Zwecke der Tarifauslegung liegt im pflichtgemäßen, revisionsgerichtlich nur beschränkt überprüfbaren Ermessen der Tatsachengerichte. Ist eine eindeutige Tarifauslegung nach dem Tarifwortlaut und dem tariflichen Gesamtzusammenhang möglich, besteht keine Veranlassung zur Einholung solcher Auskünfte.