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Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 10.11.1998, Az.: 1 BvR 1081/97

Berufsfreiheit; Wettbewerbsvereinbarung; Arbeitsrechtliche Entschädigung; Kosten der Arbeistlosigkeit

Bibliographie

Gericht
BVerfG
Datum
10.11.1998
Aktenzeichen
1 BvR 1081/97
Entscheidungsform
Beschluss
Referenz
WKRS 1998, 13586
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Fundstellen

  • BVerfGE 99, 202 - 216
  • AuA 1999, 467
  • AuR 1999, 113 (amtl. Leitsatz)
  • BB 1999, 427 (amtl. Leitsatz)
  • DB 1999, 335-337 (Volltext mit amtl. LS)
  • DStR 1999, 556
  • DStR 1999, 253
  • JuS 1999, 1223-1225 (Volltext mit amtl. LS)
  • NJ 1999, 82
  • VersR 1999, 515-517 (Volltext mit amtl. LS)
  • ZIP 1999, 248-252 (Volltext mit amtl. LS)

Amtlicher Leitsatz

Es ist mit Art. 12 Abs. 1 GG unvereinbar, daß der Arbeitgeber nach § 128 a AFG (jetzt: § 148 SGB III) für die Dauer einer Vereinbarung über die Unterlassung von Wettbewerb zusätzlich zur arbeitsrechtlichen Entschädigung (§§ 74 Abs. 2, 74 c Abs. 1 HGB) die gesamten Kosten der Arbeitslosigkeit seines früheren Arbeitnehmers (Arbeitslosengeld und Sozialversicherungsbeiträge) ohne Rücksicht darauf zu tragen hat, ob die Arbeitslosigkeit durch eine Wettbewerbsvereinbarung verursacht ist.

Tenor:

§ 128 a Absatz 1 und 2 des Arbeitsförderungsgesetzes in der Fassung des Gesetzes zur Änderung arbeitsförderungsrechtlicher und anderer sozialrechtlicher Vorschriften (AFG u.a. ÄndG) vom 21. Juni 1991 (Bundesgesetzblatt I Seite 1306) und § 148 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch vom 24. März 1997 (Bundesgesetzblatt I Seite 594) sind mit Artikel 12 Absatz 1 des Grundgesetzes unvereinbar.

Der Gesetzgeber ist verpflichtet, die verfassungswidrige Regelung spätestens bis zum 1. Januar 2001 durch eine verfassungsgemäße Regelung zu ersetzen.

Der Beschluß des Landessozialgerichts Baden-Württemberg vom 8. Oktober 1996 - L 3 Ar 1971/96 - und das Urteil des Sozialgerichts Heilbronn vom 26. Juni 1996 - S 5 Ar 879/96 - sowie der Beschluß des Landessozialgerichts Baden-Württemberg vom 4. Oktober 1996 - L 3 Ar 2247/96 - und das Urteil des Sozialgerichts Heilbronn vom 24. Juli 1996 - S 5 Ar 927/96 - verletzen die Beschwerdeführerin in ihrem Grundrecht aus Artikel 12 Absatz 1 des Grundgesetzes.

Sie werden aufgehoben. Die Sachen werden an das Sozialgericht Heilbronn zurückverwiesen.

Die Bundesrepublik Deutschland hat der Beschwerdeführerin die notwendigen Auslagen zu erstatten.

Hinweis: verbundenes Verfahren
Volltext siehe unter BVerfG - 10.11.1998 - AZ: 1 BvR 2296/96