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Bundesgerichtshof
Beschl. v. 11.04.2006, Az.: XI ZR 199/04

Nichtberücksichtigung des Rückkaufswerts einer als Sicherheit abgetretenen Lebensversicherung nach dem Grundsatz des Additionsverbots; Berechnung des Beschwerdewerts nach § 26 Nr. 8 Einführungsgesetz zur Zivilprozessordnung (EGZPO)

Bibliographie

Gericht
BGH
Datum
11.04.2006
Aktenzeichen
XI ZR 199/04
Entscheidungsform
Beschluss
Referenz
WKRS 2006, 13976
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Verfahrensgang

vorgehend
LG Würzburg - 26.03.2003 - AZ: 24 O 2377/02
OLG Bamberg - 24.05.2004 - AZ: 4 U 80/03

Fundstellen

  • BGHR 2006, 921
  • BGHReport 2006, 921
  • FamRZ 2006, 946 (Volltext mit amtl. LS)
  • FamRZ 2006, VII Heft 12 (amtl. Leitsatz)
  • JZ Information 2006, 335* (amtl. Leitsatz)
  • MDR 2006, 1257-1258 (Volltext mit amtl. LS)
  • NJW-RR 2006, 997 (Volltext mit amtl. LS)
  • VersR 2006, 1427 (Volltext mit amtl. LS)

Amtlicher Leitsatz

Der Rückkaufswert einer als Sicherheit abgetretenen Lebensversicherung ist nach dem Grundsatz des Additionsverbots bei wirtschaftlicher Einheit bei der Berechnung des Beschwerdewerts nach § 26 Nr. 8 EGZPO nicht zu berücksichtigen.

Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
am 11. April 2006
durch
den Vorsitzenden Richter Nobbe und
die Richter Dr. Müller, Dr. Joeres, Dr. Ellenberger und Prof. Dr. Schmitt
beschlossen:

Tenor:

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 4. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Bamberg vom 24. Mai 2004 wird als unzulässig verworfen, weil die Beschwer des Klägers nicht die Wertgrenze von 20.000 EUR (§ 26 Nr. 8 EGZPO) übersteigt. Für die Wertgrenze der Nichtzulassungsbeschwerde nach § 26 Nr. 8 EGZPO ist der Wert des Beschwerdegegenstandes aus dem beabsichtigten Revisionsverfahren maßgebend, wobei die Wertberechnung nach den allgemeinen Grundsätzen der §§ 3 ff. ZPO vorzunehmen ist (BGH, Beschlüsse vom 27. Juni 2002 - V ZR 148/02, NJW 2002, 2720, vom 25. November 2003 - VI ZR 418/02, NJW-RR 2004, 638 f. und vom 20. April 2005 - XII ZR 92/02, Umdr. S. 3). Danach besteht entsprechend dem Beschluss des Oberlandesgerichts Bamberg vom 24. Mai 2004 eine Beschwer in Höhe von lediglich 17.628,05 EUR. Entgegen der Auffassung der Nichtzulassungsbeschwerde bleiben die von dem Kläger als Nebenforderung zu der Darlehensforderung geschuldeten Zinsen gemäß § 4 Abs. 1 2. Halbs. ZPO unberücksichtigt, da der Rechtsstreit zugleich über die Hauptforderung, von der die Zinsen verlangt werden, geführt wird (siehe BGH NJW 1998, 2060; 1994, 1869). Der Rückkaufswert der Lebensversicherung hat bei der Wertberechnung nach dem Grundsatz des Additionsverbotes bei wirtschaftlicher Einheit außer Betracht zu bleiben, weil die Sicherheit hier nicht neben der Darlehensforderung geltend gemacht wird, sondern lediglich der Realisierung des Zahlungsanspruches dient und damit wirtschaftlich von der Hauptforderung abhängig ist (siehe OLG München MDR 1968, 769; OLG Hamburg MDR 1962, 60; Stein/Jonas/Roth § 5 ZPO Rdn. 12; Zöller/Herget § 5 ZPO Rdn. 8).

Der Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Der Gegenstandswert für das Beschwerdeverfahren beträgt 17.628,05 EUR.

Nobbe
Müller
Joeres
Ellenberger
Schmitt