Bundesfinanzhof
Urt. v. 02.02.1994, Az.: I B 143/93
Quellensteuer; Verfassung; Steueranmeldung; Künstlerische Darbietungen; Ausländische Kapitalgesellschaft; Formelle Rechtmäßigkeit; Nachprüfung
Bibliographie
- Gericht
- BFH
- Datum
- 02.02.1994
- Aktenzeichen
- I B 143/93
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1994, 11118
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BFH/NV 1994, 864-866
- RIW 1997, 763-773 (Urteilsbesprechung von RA StB Harald Grams)
Amtlicher Leitsatz
1. Eine Steueranmeldung steht nach § 168 AO einer Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachprüfung gleich. Ihre Aussetzung der Vollziehung ist deshalb grundsätzlich möglich.
2. Die Frage, ob § 73e EStDV in § 51 I Nr. 1 lit. d EStG eine ausreichende Ermächtigungsgrundlage findet, berührt die formelle Rechtmäßigkeit der Steueranmeldung nicht.
3. Eine ausländische Kapitalgesellschaft kann inländische Einkünfte i. S. des § 49 I Nr. 2 lit. d EStG erzielen.
4. § 49 I Nr. 2 lit. d EStG setzt keine Einkünfte aus, sondern nur solche durch künstlerische Darbietungen voraus.
5. Die Steueranmeldung steht nicht im Widerspruch zu Art. III 1 DBA-Großbritannien.
6. Der Quellensteuerabzug verstößt weder gegen EG-Recht noch gegen Verfassungsrecht.