Suche

Nutzen Sie die Schnellsuche, um nach den neuesten Urteilen in unserer Datenbank zu suchen!

Bundesverfassungsgericht
Urt. v. 17.04.1991, Az.: 1 BvR 419/81

Berufsbezogenes Prüfungsverfahren; Recht auf Einwände; Neubewertung; Bewertungsspielraum; Gerichliche Kontrolle; Beurteilung als falsch

Bibliographie

Gericht
BVerfG
Datum
17.04.1991
Aktenzeichen
1 BvR 419/81
Entscheidungsform
Urteil
Referenz
WKRS 1991, 12326
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Fundstellen

  • BVerfGE 84, 34 - 58
  • DVBl 1991, 988-991 (amtl. Leitsatz mit Anm.)
  • DVBl 1991, 801-805 (Volltext mit amtl. LS)
  • DÖV 1991, 794-798 (Volltext mit amtl. LS)
  • DÖV 1993, 45-53 (Urteilsbesprechung von Universitätsprofessor Dr. Albert von Mutius u. Referendar Klaus Sperlich)
  • JZ 1991, 1077-1081 (Volltext mit amtl. LS)
  • JuS 1992, 201-205 (Urteilsbesprechung von WissAss. Dr. Stefan Muckel)
  • JuS 1992, 252-255 (Volltext mit amtl. LS)
  • Kriminalistik 1991, 586
  • MDR 1991, 805-807 (Volltext mit amtl. LS)
  • NJ 1991, 377 (amtl. Leitsatz)
  • NJW 1991, 2005-2008 (Volltext mit amtl. LS)
  • NVwZ 1991, 869-870 (amtl. Leitsatz)
  • Pietzcker, JZ 91, 1084

Amtlicher Leitsatz

1. Nach Art. 12 I müssen berufsbezogene Prüfungsverfahren so gestaltet sein, daß das Grundrecht der Berufsfreiheit effektiv geschützt wird. Prüflinge müssen deshalb das Recht haben, Einwände gegen ihre Abschlußnoten wirksam vorzubringen. Hingegen ist die Eröffnung einer zweiten Verwaltungsinstanz mit einer vollständigen Neubewertung umstrittener Prüfungsleistungen nicht geboten.

2. Die Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte zum Bewertungsspielraum der Prüfungsbehörden ist mit Art. 19 IV GG nur vereinbar, soweit es um prüfungsspezifische Wertungen geht. Hingegen sind fachliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Prüfer und Prüfling der gerichtlichen Kontrolle nicht generell entzogen.

3. Aus Art. 12 I GG ergibt sich für berufsbezogene Prüfungen der allgemeine Bewertungsgrundsatz, daß eine vertretbare und mit gewichtigen Argumenten folgerichtig begründete Lösung nicht als falsch bewertet werden darf.