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Bundesverwaltungsgericht
Urt. v. 11.11.1997, Az.: BVerwG 9 C 13/96

Schutz der Menschenrechte ; Schutz der Grundfreiheiten; Zielstaatsbezogene Abschiebungshindernisse; Ausländer; Abschiebung; Vollstreckung der Ausreisepflicht; Inlandsbezogene Vollstreckungshindernisse; Anerkennung ausländischer Flüchtlinge; Asylverfahren

Bibliographie

Gericht
BVerwG
Datum
11.11.1997
Aktenzeichen
BVerwG 9 C 13/96
Entscheidungsform
Urteil
Referenz
WKRS 1997, 12316
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Verfahrensgang

vorgehend
VG Karlsruhe 25.04.1994 - A 12 K 10446/94
VGH Mannheim 15.05.1996 - A 13 S 1431/94

Fundstellen

  • BVerwGE 105, 322 - 328
  • BayVBl 1998, 442-444
  • DVBl 1998, 282-284 (Volltext mit amtl. LS)
  • FamRZ 1998, 611-612 (Volltext mit amtl. LS)
  • InfAuslR 1998, 121-123 (Volltext mit amtl. LS)
  • JuS 1998, XL Heft 2 (Kurzinformation)
  • NVwZ 1998, 158 (Pressemitteilung)
  • NVwZ 1998, 526-527 (Volltext mit amtl. LS)
  • VBlBW 1998, 216-217
  • ZAR 1998, 135

Amtlicher Leitsatz

1. § 53 Abs. 4 AuslG verweist auf die Europäische Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK) lediglich insoweit, als sich aus ihr Abschiebungshindernisse ergeben, die in Gefahren begründet liegen, welche dem Ausländer im Zielstaat der Abschiebung drohen ("zielstaatsbezogene" Abschiebungshindernisse).

2. Hindernisse, die einer Vollstreckung der Ausreisepflicht entgegenstehen, weil anderenfalls ein geschütztes Rechtsgut im Bundesgebiet verletzt würde ("inlandsbezogene" Vollstreckungshindernisse), fallen nicht unter § 53 Abs. 4 AuslG. Sie sind nicht vom Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge im Asylverfahren, sondern von den für den Vollzug der Abschiebung zuständigen Ausländerbehörden zu berücksichtigen (hier: Achtung des Familienlebens im Bundesgebiet nach Art. 8 EMRK).