Bundesverfassungsgericht
Urt. v. 23.01.1990, Az.: 1 BvL 44/86
Erstattung; Sozialleistung; Arbeitgeber; Arbeitslosigkeit
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 23.01.1990
- Aktenzeichen
- 1 BvL 44/86
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1990, 12247
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BVerfGE 81, 156 - 207
- AuR 1990, 201 (amtl. Leitsatz)
- BB 1990, 1-16
- BB 1990, 286 (Volltext)
- BB (Beilage) 1990, 1-16 (Volltext mit amtl. LS)
- DB 1990, 325-329 (Volltext mit amtl. LS)
- DVBl 1990, 313 (amtl. Leitsatz)
- JZ 1990, 536-543 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)
- JuS 1990, 506
- NJW 1990, 1230
- NVwZ 1991, 52-53 (Volltext mit amtl. LS)
- NZA 1990, 161-168 (Volltext mit amtl. LS)
- SGb 1990, 455-463 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)
- SGb 1990, 153 (amtl. Leitsatz)
- ZIP 1990, 250-259
- ZTR 1900, 128-131 (Volltext mit amtl. LS)
Amtlicher Leitsatz
1. Die Kompetenz des Bundesgesetzgebers zur Regelung der Erstattung von Sozialleistungen ergibt sich aus Art. 74 Nrn. 7 und 12 GG.
2. Der im Rahmen des Art. 12 I GG zu beachtende Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gebietet es, die Erstattungspflicht nach § 128 AFG nur dann eingreifen zu lassen, wenn den Arbeitgeber eine besondere Verantwortung für den Eintritt der Arbeitslosigkeit und damit für die Gewährung der zu erstattenden Leistungen (Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe) trifft.
3. Den Arbeitgeber trifft die besondere Verantwortung für den Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht, wenn der Arbeitnehmer, um dessen Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis es geht, eine andere Sozialleistung beanspruchen kann, die einen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe ruhen oder entfallen ließe.
4. Im Hinblick auf die zu fordernde besondere Verantwortung des Arbeitgebers sind die Ausnahmeregelungen des § 128 AFG verfassungskonform auszulegen.