Bundesverfassungsgericht
Urt. v. 12.02.2003, Az.: 2 BvR 709/99
Ausschluss von Richtern von der Gewährung eines Zuschusses nach § 4 Abs. 1 der 2. Besoldungs-Übergangsverordnung (BesÜV) wegen Nichterwerb aller laufbahnrechtlichen Vorbildungsvoraussetzungen und Ausbildungsvoraussetzungen im bisherigen Bundesgebiet als Verstoß gegen Art. 3 Abs. 1 GG; Laufbahnrechtlich bedeutendes Gewicht des mit Erfolg absolvierten rechtswissenschaftlichen Studiums auf Grund der Vermittlung grundlegender fachbezogener Inhalte; Ziel der schnellen Gewinnung von dringend benötigtem Fachpersonal; Besoldungsdifferenzierung zur Bewältigung von Transformationsproblemen im Zuge der Wiedervereinigung als Verstoß gegen das Verbot der Diskriminierung wegen der Heimat gem. Art. 3 Abs. 3 S. 1 GG
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 12.02.2003
- Aktenzeichen
- 2 BvR 709/99
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 2003, 30578
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Rechtsgrundlagen
- Art. 3 Abs. 1 GG
- Art. 3 Abs. 3 S. 1 GG
- Art. 33 Abs. 5 GG
- Art. 97 GG
- § 73 BBesG
- § 2 Abs. 1 2. BesÜV
- § 4 2. BesÜV
Fundstellen
- BVerfGE 107, 257 - 275
- AuR 2003, 296-297 (Volltext)
- BayVBl 2003, 718-719
- DVBl 2003, 1163 (amtl. Leitsatz)
- DÖV 2003, 1000-1001
- JuS 2003, XX Heft 9 (Pressemitteilung)
- NJ 2003, III Heft 8 (Pressemitteilung)
- NJ 2003, 591 (Urteilsbesprechung von Dr. Bardo Fassbender)
- NJW 2003, 3335-3337 (Volltext mit amtl. LS)
- NVWZ 2003, 1370-1372 (Volltext mit amtl. LS)
- NVwZ 2003, 1370-1372 (Volltext mit amtl. LS)
- PersV 2003, 476-480
- RiA 2004, 84-90
- ZBR 2003, 353-355 (Volltext mit amtl. LS)
- ZTR 2003, 475 (Volltext mit amtl. LS)
- ZfPR 2003, 236 (amtl. Leitsatz)
Amtlicher Leitsatz
- 1.
Der Ausschluss von Richtern, die nicht alle laufbahnrechtlichen Vor- und Ausbildungsvoraussetzungen im bisherigen Bundesgebiet erworben haben, von der Gewährung eines Zuschusses gem. § 4 der 2. Besoldungs-Übergangsverordnung ist mit Art. 3 I GG vereinbar. Das mit Erfolg absolvierte rechtswissenschaftliche Studium vermittelt grundlegende fachbezogene Inhalte, die im späteren Amt fortwirken; ihm kommt deshalb laufbahnrechtlich ein bedeutendes Gewicht zu.
- 2.
Eine Besoldungsdifferenzierung, die der Bewältigung von Transformationsproblemen im Zuge der Wiedervereinigung dient, verstößt nicht deshalb gegen das Verbot der Diskriminierung wegen der Heimat (Art. 3 III 1 GG), weil Personen davon je nach Ausbildung im früheren Bundesgebiet oder im Beitrittsgebiet in unterschiedlicher Weise betroffen sind.