Bundesgerichtshof
Beschl. v. 17.07.2008, Az.: V ZR 149/07
Anwendung des § 321a Zivilprozessordnung (ZPO) auf die Rüge einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör
Bibliographie
- Gericht
- BGH
- Datum
- 17.07.2008
- Aktenzeichen
- V ZR 149/07
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 2008, 18367
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- LG Neuruppin - 03.11.2006 - AZ: 3 O 155/06
- OLG Brandenburg - 09.08.2007 - AZ: 5 U 211/06
- BGH - 20.06.2008 - AZ: V ZR 149/07
- nachfolgend
- BVerfG - 08.11.2012 - AZ: 1 BvR 2153/08
Rechtsgrundlagen
Amtlicher Leitsatz
Der Anwendungsbereich des § 321a ZPO ist auf die Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör beschränkt.
Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
am 17. Juli 2008
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger
und die Richter Dr. Klein, Dr. Lemke, Dr. Czub und Dr. Roth
beschlossen:
Tenor:
Die Anhörungsrüge des Beklagten gegen das Urteil des Senats vom 20. Juni 2008 wird als unzulässig verworfen.
Gründe
Der Anwendungsbereich des § 321a ZPO ist auf die Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör beschränkt. Eine entsprechende Anwendung auf die Verletzung anderer Verfahrensgrundrechte kommt angesichts des klaren Wortlauts (Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Norm) und des deutlich geäußerten gesetzgeberischen Willens (BT-Drs. 15/3706, S. 14) nicht in Betracht (BVerfG NJW 2006, 2907 f.; vgl. für die Parallelnorm des § 133a FGO BFH NJW 2005, 2639; s. im Übrigen nur Zöller/Vollkommer, ZPO, 26. Aufl., § 321a Rdn. 3 m.w.N., auch zu abw. Auffassungen).
Eine Verletzung von Art. 103 Abs. 1 GG macht die Beklagte nicht geltend. Sie beschränkt sich auf die Rüge, der Senat habe die Eigentumsgarantie nach Art. 14 GG und den Gleichbehandlungsgrundsatz nach Art. 3 Abs. 1 GG missachtet. Es fehlt damit an der nach § 321a Abs. 2 Satz 5 ZPO vorgeschriebenen Darlegung der in Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 der Norm genannten Voraussetzungen. Die Rüge entspricht daher nicht der gesetzlichen Form und ist nach § 321a Abs. 4 Satz 2 ZPO als unzulässig zu verwerfen.
Klein
Lemke
Czub
Roth