Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 14.10.1969, Az.: 1 BvR 30/66
Eingriff in die Informationsfreiheit; Endgültige Vorenthaltung einer Information; Kontrolle; Verzögerung; Überwachung der Postsendungen aus DDR; Verbringungsverbote; Nichtverletzung der Informationsfreiheit
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 14.10.1969
- Aktenzeichen
- 1 BvR 30/66
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 1969, 10911
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Rechtsgrundlagen
- Art. 5 Abs. 1 GG
- Art. 10 GG
- Art. 101 Abs. 1 GG
- Art. 103 Abs. 1 GG
- § 94 StPO
- § 1 ÜberwachungsG
- § 2 ÜberwachungsG
- § 3 ÜberwachungsG
- § 4 ÜberwachungsG
Fundstellen
- BVerfGE 27, 88 - 104
- DVBl 1970, 144-145 (Volltext mit amtl. LS)
- DÖV 1970, 52-53 (Volltext mit amtl. LS)
- JZ 1970, 103-104 (Volltext mit amtl. LS)
- JuS 1970, 195
- MDR 1970, 392-393 (Volltext mit amtl. LS)
- NJW 1970, 238
- NJW 1970, 784-788 (Urteilsbesprechung von PD Dr. Albin Eser)
Redaktioneller Leitsatz
1. Nicht nur durch endgültige Vorenthaltung einer Information, sondern auch durch die auf einer Kontrolle beruhenden Verzögerung, kann ein Eingriff in die Informationsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG) gegeben sein.
2. Bei einer die Informationsfreiheit berücksichtigenden Handhabung verlezt die Überwachung der aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland verbrachten Postsendungen nach dem Gesetz zur Überwachung strafrechtlicher und anderer Verbringungsverbote v. 24. 5. 1961 - BGBl. I S. 607 - die Informationsfreiheit nicht nach Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG.