Bundesverwaltungsgericht
Urt. v. 26.03.1996, Az.: BVerwG 1 C 12/95
Waffenrecht; Widerruf; Frist ; Unzuverlässigkeit; Zentralregister; Verwertungsverbot; Waffenbesitzkarte
Bibliographie
- Gericht
- BVerwG
- Datum
- 26.03.1996
- Aktenzeichen
- BVerwG 1 C 12/95
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1996, 12891
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- VG Hannover 22.10.1992 - 2 A 424/91 .Hi
- OVG Niedersachsen - 21.12.1994 - AZ: 13 L 128/93
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BVerwGE 101, 24 - 34
- DVBl 1996, 1439-1441 (Volltext mit amtl. LS)
- DÖV 1997, 338-341 (Volltext mit amtl. LS)
- NJ 1997, 167 (amtl. Leitsatz)
- NJW 1997, 336-339 (Volltext mit amtl. LS)
- NVwZ 1997, 282 (amtl. Leitsatz)
Amtlicher Leitsatz
1. Die Jahresfrist für den Widerruf eines Verwaltungsakts gem. §§ 48, 49 VwVfG gilt nicht für den Widerruf einer waffenrechtlichen Erlaubnis nach § 47 II 1 WaffG.
2. Bei der Beurteilung der persönlichen Zuverlässigkeit i. S. des § 5 II Nr. 2 WaffG sind die Ordnungsbehörde und das Verwaltungsgericht rechtlich nicht an die Beurteilungen in strafgerichtlichen Entscheidungen gebunden. Dies gilt auch für die Einstellung des Verfahrens gem. § 153a StPO.
3. Das Verbot, im Bundeszentralregister getilgte oder zu tilgende strafgerichtliche Verurteilungen zu verwerten (§ 51 I BZRG), gilt auch für den Widerruf von Waffenbesitzkarten. Die Ausnahme vom Verwertungsverbot nach § 52 I Nr. 4 BZRG gilt nur für die Erteilung, nicht für den Widerruf einer Waffenbesitzkarte.