Bundesverwaltungsgericht
Urt. v. 15.02.1990, Az.: BVerwG 4 C 47/89
Enteignungsgesetz; Enteignung; Entschädigungspflicht; Junktimklausel; Verstoß gegen Junktimklausel; Enteignende Wirkung; Verfassungskonforme Auslegung einer gegen die Junktimklausel verstoßenden Vorschrift; Inhalts- und Schrankenbestimmung
Bibliographie
- Gericht
- BVerwG
- Datum
- 15.02.1990
- Aktenzeichen
- BVerwG 4 C 47/89
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1990, 12489
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BVerwGE 84, 361 - 374
- DVBl 1990, 585-589 (Volltext mit amtl. LS)
- DÖV 1991, 24-26 (Volltext mit amtl. LS)
- IBR 1990, 437-438 (Volltext mit red. LS u. Anm.)
- JZ 1991, 86-89 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)
- MDR 1990, 770
- NJW 1990, 2572-2575 (Volltext mit amtl. LS)
- NJW-RR 1990, 1308 (amtl. Leitsatz)
- NVwZ 1990, 1071 (amtl. Leitsatz)
- NuR 1990, 369-373 (Volltext mit amtl. LS)
- RdL 1990, 127
Redaktioneller Leitsatz
1) In einem Enteignungsgesetz ist hinreichend festzulegen, wann eine Enteignung vorliegt, die eine Entschädigungspflicht i.S.d. Junktimklausel des Art. 14 Abs. 3 Sätze 2 und 3 GG begründet.
2) Nach der neueren BVerfG- Rechtsprechung ist ein Verstoß gegen die Junktimklausel durch eine gesetzliche Regelung dann anzunehmen, wenn die Problematik der enteignenden Wirkung und die daraus resultierende Entschädigungspflicht der späteren Rechtsanwendung überlassen wird. (Im vorliegenden Fall: § 7 Satz 1 LandschaftsG NRW)
3) Eine solche Regelung kann jedoch verfassungskonform dahingehend ausgelegt werden, daß diese die Grundlage für einen Ausgleichsanspruch bei Belastungen einer Inhalts- und Schrankenbestimmung im Sinne des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG bildet.