Neotrade: Betrug erkennen und verlorenes Geld zurückfordern

27.07.2026 4 Aufrufe Autor: Jochen Resch
Neotrade? Angebliche Lizenzierungen auf den Seychellen und auf Zypern sind getürkt – es geht bloß darum, Anlegern ihr Geld zu stehlen. Jetzt Hilfe erhalten.

Wer über neotradeforge(.)com investiert hat, ist wohl auf ein betrügerisches Angebot hereingefallen. Die angegebenen Adressen, E-Mail-Kontakte und Telefonnummern wirken seriös, erfüllen jedoch vor allem einen Zweck: Vertrauen aufzubauen. Auch die angeblich bestehenden Zulassungen durch Aufsichtsbehörden wie die Financial Services Authority of Seychelles oder die CySEC Zyperns lassen sich nicht nachweisen. Die britische FCA hat zudem eine offizielle Warnung veröffentlicht. Im Folgenden erfahren Sie, wie das System funktioniert und welche Schritte zur Rückholung Ihres Geldes möglich sind.

 

Existiert Neotrade als echter Broker?

Nach außen inszeniert sich Neotrade als international tätiges Finanzunternehmen mit Niederlassungen in bedeutenden Metropolen wie Zürich, London oder Toronto. Diese Darstellung erzeugt Glaubwürdigkeit, hält einer Überprüfung jedoch nicht stand. Die genannten Standorte sind nicht belegt. Vielmehr handelt es sich um eine digital aufgebaute Kulisse, die reale Handelsaktivitäten nur simuliert. Tatsächlich finden keine echten Transaktionen statt – es wird lediglich der Eindruck eines funktionierenden Tradings erzeugt.

 

Erfahrungen mit Neotrade: Wie Betroffene getäuscht werden

Zahlreiche Geschädigte schildern ein ähnliches Muster: Zu Beginn werden scheinbare Gewinne angezeigt, wodurch Vertrauen entsteht. Diese positive Entwicklung dient dazu, weitere Einzahlungen anzuregen. Sobald jedoch eine Auszahlung verlangt wird, ändern sich die Bedingungen plötzlich oder es kommt zu Blockaden. Dieses Vorgehen ist charakteristisch für betrügerische Handelsplattformen.

 

Bewertung: Fehlende Lizenz und klare Rechtsverstöße

Eine Prüfung zeigt, dass Neotrade über keine gültige behördliche Erlaubnis verfügt. Die behaupteten Registrierungen bei internationalen Aufsichtsstellen sind frei erfunden. Damit werden Finanzdienstleistungen ohne Genehmigung angeboten, was einen Verstoß gegen § 32 KWG darstellt. Die Warnung der FCA unterstreicht zusätzlich, dass es sich um ein nicht autorisiertes Angebot handelt.

 

Warum keine Auszahlungen erfolgen

Das Geschäftsmodell zielt darauf ab, Anleger zu weiteren Überweisungen zu bewegen. Häufig werden angebliche Gebühren, Steuern oder Provisionen verlangt, die jedoch keine rechtliche Grundlage haben. Eine tatsächliche Auszahlung ist in diesem System nicht vorgesehen – sämtliche Forderungen dienen lediglich dazu, weiteres Kapital zu generieren.

 

Die Rolle von Bankkonten im Betrugssystem

Um Zahlungen zu vereinnahmen, greifen die Hintermänner auf reale Konten zurück. Diese stehen oft im Zusammenhang mit Geldwäsche-Strukturen. Die Nachverfolgung dieser Kontoverbindungen ist ein zentraler Ansatzpunkt, um Geldströme sichtbar zu machen und Rückforderungen einzuleiten.

 

Wer empfängt die Gelder?

Die eigentlichen Betreiber bleiben im Hintergrund, während Transaktionen über Konten Dritter abgewickelt werden. Diese Kontoinhaber können unter Umständen haftbar gemacht werden. Rechtliche Ansprüche ergeben sich insbesondere aus § 812 BGB sowie § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB. Zusätzlich kann der Tatbestand der Geldwäsche nach § 261 StGB relevant sein.

 

Rechtliche Einordnung des Vorgehens

Das bewusste Vorspiegeln falscher Tatsachen mit dem Ziel, Anlegergelder zu erhalten, erfüllt den Tatbestand des Anlagebetrugs. Genau dieses Schema zeigt sich bei Neotrade: vorgetäuschte Gewinne und scheinbare Handelsaktivitäten dienen ausschließlich der Vermögensverschiebung. Strafrechtlich kommen insbesondere § 263 StGB sowie § 264a StGB zur Anwendung.

 

Ein wichtiger Aspekt: Wer Rückzahlungen erhält, sollte diese rechtlich prüfen lassen, da unter Umständen geldwäscherechtliche Fragestellungen auftreten können.

 

Was Betroffene jetzt tun sollten

- Keine weiteren Überweisungen tätigen

- Sämtliche Kommunikation sichern (E-Mails, Chats, Telefonnotizen)

- Zahlungsnachweise und Kontoauszüge sammeln

- Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden erstatten

- Juristische Unterstützung durch spezialisierte Anwälte einholen

 

Fazit: Finger weg, es drohen herbe finanzielle Verluste!

Die vorliegenden Informationen und Erfahrungsberichte sprechen eindeutig dafür, dass es sich bei Neotrade um ein betrügerisches Konstrukt handelt. Eine reale Handelsplattform existiert nicht. Die Warnung der FCA bestätigt diese Einschätzung zusätzlich.

 

RESCH Rechtsanwälte ist auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert und verfügt über langjährige Erfahrung in der Aufarbeitung von Anlagebetrug und Geldwäsche. Betroffene können ihren Fall prüfen lassen und rechtliche Schritte zur Rückforderung einleiten.

 

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