Deutsch FollowUp (deutschfollowup.cc) – Vorsicht geboten

13.07.2026 3 Aufrufe Autor: Arthur Wilms
deutschfollowup.cc könnte Teil eines Recovery-Scams sein. Betroffene sollten keine weiteren Zahlungen leisten und sämtliche Unterlagen sichern.

 

Deutsch FollowUp (deutschfollowup.cc) – Was steckt hinter der Website?

Die Internetseite deutschfollowup.cc tritt unter der Bezeichnung „TraderBot“ auf und vermittelt den Eindruck, Betroffenen im Zusammenhang mit Kapitalanlagen oder Kryptowährungen Unterstützung bieten zu können. Gerade der Begriff „FollowUp“ in der Domain kann darauf hindeuten, dass sich das Angebot an Personen richtet, die bereits Opfer eines Anlage- oder Kryptobetrugs geworden sind.

In der Praxis beobachten wir seit Jahren eine zunehmende Zahl sogenannter Recovery-Scams. Dabei werden Anleger, die bereits Geld verloren haben, erneut kontaktiert. Die Täter behaupten, sie könnten das verlorene Kapital zurückholen oder eingefrorene Guthaben freigeben. Tatsächlich dient dieses Vorgehen häufig nur dazu, weitere Zahlungen von den Geschädigten zu erhalten.

Auffälligkeiten bei deutschfollowup.cc

Bereits eine erste technische Prüfung der Website zeigt mehrere Risikofaktoren.

Nach öffentlich verfügbaren Informationen wurde die Domain deutschfollowup.cc erst am 22. Januar 2026 registriert und besteht damit erst seit wenigen Monaten. Gleichzeitig wird der tatsächliche Domaininhaber durch einen Anonymisierungsdienst verborgen. Zudem wird die Website von externen Sicherheitsdiensten mit einem Vertrauenswert von 0 bewertet. Darüber hinaus existiert ein Hinweis, dass die Seite im Zusammenhang mit möglicher Schadsoftware gemeldet wurde.

Eine junge Domain oder anonymisierte Registrierungsdaten sind zwar allein kein Beweis für ein unseriöses Angebot. Im Bereich des internationalen Online-Anlagebetrugs treten solche Merkmale jedoch regelmäßig bei betrügerischen Plattformen auf.

Wie funktionieren Recovery-Scams?

Recovery-Scams folgen häufig einem ähnlichen Muster.

Die Täter verfügen oftmals bereits über Informationen aus einem früheren Betrugsfall oder geben zumindest vor, diese zu kennen. Anschließend behaupten sie beispielsweise:

  • Kryptowährungen seien eingefroren worden.
  • Behörden hätten Vermögenswerte sichergestellt.
  • Ein Gericht habe eine Rückzahlung angeordnet.
  • Ein internationaler Fonds stehe zur Auszahlung bereit.
  • Die Blockchain müsse lediglich entsperrt werden.
  • Steuern oder Gebühren seien noch offen.

Die Betroffenen werden anschließend aufgefordert, weitere Zahlungen zu leisten.

Gefordert werden häufig:

  • angebliche Steuerzahlungen
  • Freigabegebühren
  • Blockchain-Gebühren
  • Wallet-Verifizierungen
  • AML-Gebühren
  • Compliance-Kosten
  • Bearbeitungsentgelte
  • Gerichtskosten
  • Versicherungsbeiträge

In zahlreichen Fällen folgt nach jeder Zahlung eine weitere Forderung.

Typischer Ablauf eines Follow-up-Betrugs

Aus unserer anwaltlichen Praxis ergibt sich häufig folgendes Muster:

  • Anleger verliert Geld über eine Trading-Plattform.
  • Einige Wochen oder Monate später erfolgt eine neue Kontaktaufnahme.
  • Der Anrufer behauptet, verlorene Gelder gefunden zu haben.
  • Es werden angebliche Ermittlungen oder internationale Verfahren erwähnt.
  • Der Geschädigte erhält Zugang zu einer neuen Plattform.
  • Dort werden hohe Guthaben angezeigt.
  • Vor einer Auszahlung werden weitere Gebühren verlangt.
  • Nach jeder Zahlung entstehen neue Forderungen.

Dieses Vorgehen ist seit Jahren international bekannt und wird von Verbraucherzentralen sowie Ermittlungsbehörden regelmäßig beschrieben.

Warum gerade bereits geschädigte Anleger betroffen sind

Personen, die bereits Opfer eines Anlagebetrugs geworden sind, befinden sich häufig in einer schwierigen Situation.

Die Hoffnung, zumindest einen Teil des verlorenen Geldes zurückzuerhalten, wird gezielt ausgenutzt. Täter treten dabei oftmals besonders professionell auf und verwenden:

  • angebliche Anwaltskanzleien
  • gefälschte Behördenlogos
  • internationale Zertifikate
  • professionell gestaltete Webseiten
  • gefälschte Ausweisdokumente
  • vermeintliche Gerichtsunterlagen
  • Blockchain-Auswertungen
  • angebliche Zahlungsfreigaben

Teilweise wird sogar behauptet, man arbeite mit Banken, Finanzaufsichtsbehörden oder internationalen Ermittlungsstellen zusammen.

Vorsicht bei Fernzugriff und Identitätsdaten

Bei vergleichbaren Fällen verlangen die Betreiber häufig zusätzlich:

  • Installation von AnyDesk oder TeamViewer
  • Übermittlung des Personalausweises
  • Selfie mit Ausweis
  • Kontoauszüge
  • Wallet-Zugänge
  • Seed-Phrases
  • Online-Banking-Zugangsdaten

Von einer Herausgabe solcher Informationen ist dringend abzuraten. Insbesondere Seed-Phrases oder Wallet-Zugangsdaten ermöglichen unmittelbaren Zugriff auf Kryptowährungen.

Welche Unterlagen sollten Betroffene sichern?

Wer bereits Kontakt mit deutschfollowup.cc hatte, sollte sämtliche vorhandenen Informationen sichern.

Hierzu gehören insbesondere:

  • E-Mails
  • Chatverläufe
  • Telefonnummern
  • Screenshots
  • Kontoauszüge
  • Zahlungsbelege
  • Wallet-Adressen
  • Blockchain-Hashwerte
  • Fernwartungsprotokolle
  • IP-Adressen soweit vorhanden

Eine vollständige Dokumentation erleichtert die spätere Aufarbeitung des Sachverhalts erheblich.

Welche rechtlichen Schritte kommen in Betracht?

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.

Je nach Sachverhalt können unter anderem folgende Schritte geprüft werden:

  • Erstattung einer Strafanzeige
  • Sicherung elektronischer Beweise
  • Blockchain-Analyse
  • Auswertung der Zahlungsströme
  • Prüfung beteiligter Zahlungsdienstleister
  • Untersuchung verwendeter Wallets
  • internationale Ermittlungsansätze
  • Geltendmachung möglicher Ansprüche gegen beteiligte Stellen

Je früher sämtliche Unterlagen gesichert werden, desto besser lassen sich mögliche Ermittlungsansätze verfolgen.

Fazit zu deutschfollowup.cc

Wer von deutschfollowup.cc kontaktiert wird oder bereits Zahlungen geleistet hat, sollte die Situation besonders sorgfältig prüfen. Die junge Domain, die anonymisierte Registrierung, die äußerst schlechte Sicherheitsbewertung sowie Hinweise auf mögliche Schadsoftware stellen erhebliche Warnsignale dar.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn behauptet wird, bereits verlorene Gelder könnten gegen Zahlung weiterer Gebühren zurückgeholt werden. Genau dieses Vorgehen entspricht einem bekannten Muster des sogenannten Recovery Scams, vor dem Verbraucherzentralen und Ermittlungsbehörden regelmäßig warnen.

FAQ

Was ist deutschfollowup.cc?

Nach dem derzeitigen Eindruck handelt es sich um eine Website, die unter der Bezeichnung „TraderBot“ auftritt und möglicherweise im Zusammenhang mit Recovery- oder Follow-up-Angeboten steht.

Was ist ein Recovery Scam?

Dabei handelt es sich um eine Betrugsmasche, bei der bereits geschädigten Anlegern eine Rückholung ihres verlorenen Geldes versprochen wird. Vor einer angeblichen Auszahlung werden jedoch weitere Gebühren verlangt.

Welche Warnsignale bestehen?

Unter anderem fallen die junge Domain, anonymisierte WHOIS-Daten, eine sehr schlechte Sicherheitsbewertung und Hinweise auf mögliche Malware auf.

Sollte ich weitere Zahlungen leisten?

Wenn weitere Gebühren verlangt werden, sollte zunächst sorgfältig geprüft werden, ob tatsächlich ein berechtigter Anspruch besteht. Zusätzliche Zahlungen ohne unabhängige Prüfung können erhebliche Risiken bergen.

Können verlorene Gelder zurückgeholt werden?

Ob Rückgewinnungsmöglichkeiten bestehen, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Entscheidend sind insbesondere der Zahlungsweg, vorhandene Beweise, Wallet-Daten sowie die beteiligten Zahlungsdienstleister.

Kanzlei Wilms – Rechtsanwalt für Anlagebetrug, Kryptobetrug & Online-Investmentbetrug

📞 +49 69 380 781 603
📩 info@anwalt-wilms.de
🌐 https://anwalt-wilms.de/kontakt/