Haben Sie bei Core Prime über coreprimemarkets(.)com oder den Zugang my.coreprimemarkets(.)com investiert, deutet vieles auf einen organisierten Anlagebetrug hin. Nach außen erscheint die Plattform wie ein professioneller Broker, tatsächlich werden Einzahlungen systematisch abgeschöpft. Die Domain wurde erst Ende September 2024 registriert und im August 2025 aktualisiert – ein Hinweis auf eine kurzlebige, leicht austauschbare Struktur. Im Folgenden erfahren Sie, wie das System rund um Core Prime funktioniert und welche Schritte zur Rückforderung möglich sind.
Existiert Core Prime als echter Anbieter?
Der Eindruck eines regulären Finanzdienstleisters entsteht gezielt, hält einer Überprüfung jedoch nicht stand. Als Standorte werden unter anderem Saint Lucia und zuvor Dubai (diese Angabe findet man derweil nicht mehr auf der Site) genannt, doch konkrete Nachweise für eine tatsächliche Geschäftstätigkeit fehlen an beiden Orten. Auffällig ist zudem, dass die Adresse in den Vereinigten Arabischen Emiraten zwischenzeitlich von der Website verschwunden ist.
Auch die angebliche Gesellschaft „Core Prime Ltd“ mit der Registrierungsnummer 2024-00573 lässt sich nicht hundertprozentig verifizieren. Ein belastbarer Beleg für eine Zulassung durch die zuständige Finanzaufsicht existiert ebenfalls nicht. All das spricht dafür, dass die Angaben lediglich dazu dienen, Vertrauen zu erzeugen.
Typische Abläufe laut Erfahrungsberichten
Viele Betroffene schildern einen ähnlichen Verlauf: Nach der Anmeldung wird eine scheinbar professionelle Handelsoberfläche bereitgestellt, auf der Gewinne ausgewiesen werden. Diese Zuwächse sind jedoch rein fiktiv und spiegeln keinen realen Markt wider.
Parallel dazu bauen die Verantwortlichen Druck auf und stellen hohe Renditen in Aussicht. Ziel ist es, weitere Einzahlungen zu erreichen. Sobald Anleger ihr Guthaben auszahlen möchten, treten Probleme auf: Entweder wird die Auszahlung komplett blockiert oder an zusätzliche Zahlungen gekoppelt.
Warum Auszahlungen ausbleiben
Dass Auszahlungen nicht erfolgen, ist kein Versehen, sondern Teil der Methode. Es werden immer neue Forderungen erhoben, etwa angebliche Steuern, Provisionen oder Sicherheitsleistungen. Diese Posten sind frei konstruiert und dienen ausschließlich dazu, weiteres Geld zu erhalten.
Selbst wenn diese Beträge gezahlt werden, kommt es in der Regel nicht zur Auszahlung. Dieses Vorgehen gilt als klassisches Merkmal von Anlagebetrug.
Bewertung: Widersprüche und fehlende Glaubwürdigkeit
Eine nüchterne Betrachtung fällt eindeutig negativ aus. Trotz der Behauptung, international in über 100 Ländern tätig zu sein, verzeichnet die Website kaum messbaren Datenverkehr. Diese Diskrepanz ist schwer erklärbar.
Hinzu kommt, dass es weder belastbare positive Berichte noch nachvollziehbare Medienerwähnungen gibt. Die wenigen verfügbaren Rückmeldungen sind überwiegend kritisch. Auch das Entfernen von Kontaktdaten wie einer zuvor angegebenen Telefonnummer deutet darauf hin, dass Spuren verwischt werden.
Rolle von Bankkonten im Betrugssystem
Damit Gelder überhaupt bewegt werden können, benötigen die Täter reale Kontoverbindungen. Über diese Konten werden Einzahlungen weitergeleitet und verteilt. Genau hier setzt die rechtliche Aufarbeitung an: Die Identifizierung der Kontoinhaber ermöglicht es, Ansprüche gezielt durchzusetzen.
Ohne diese Infrastruktur wäre ein solcher Betrug kaum umsetzbar, weshalb sie einen zentralen Ansatzpunkt darstellt.
Wer steckt hinter Core Prime?
Die Gesamtstruktur weist auf ein arbeitsteilig organisiertes Netzwerk hin. Wechselnde Kontaktdaten, internationale Ortsangaben und fehlende Transparenz sind typische Merkmale. In solchen Konstellationen kommt neben Anlagebetrug häufig auch der Verdacht der Geldwäsche in Betracht.
Rechtliche Einordnung
Wer ein falsches Bild erzeugt, um andere zu Investitionen zu bewegen, erfüllt den Tatbestand des Anlagebetrugs. Genau dieses Prinzip zeigt sich hier: Es wird eine funktionierende Handelsumgebung vorgetäuscht, obwohl keine echten Transaktionen stattfinden.
Daraus können sich zivilrechtliche Ansprüche ergeben, insbesondere auf Schadensersatz. Gleichzeitig spielt auch das Thema Geldwäsche eine Rolle, da eingezahlte Beträge über verschiedene Konten weitergeleitet werden.
Wichtig ist zudem: Rückflüsse von Geldern können unter Umständen selbst rechtliche Fragen aufwerfen, wenn geldwäscherechtliche Aspekte betroffen sind.
Was Betroffene jetzt tun sollten
• Keine weiteren Überweisungen tätigen
• Sämtliche Unterlagen und Kommunikationsverläufe sichern
• Strafanzeige erstatten
• Juristische Unterstützung durch spezialisierte Anwälte in Anspruch nehmen
Möglichkeiten zur Rückforderung
Die Kanzlei RESCH Rechtsanwälte ist auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Anlagebetrug und Geldwäsche. Betroffene können ihren Fall prüfen lassen und erfahren, welche Schritte zur Durchsetzung von Ansprüchen sinnvoll sind.
Eine rechtliche Prüfung ist der entscheidende nächste Schritt, wenn Sie Ihr investiertes Kapital zurückfordern möchten.
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