Wer sich auf die Plattform Infinity Grow Capital eingelassen hat, wird mit Renditeaussichten von bis zu 350 Prozent und einer angeblichen Erfahrung von mehr als zwei Jahrzehnten angesprochen. Betrachtet man die Fakten, wird deutlich, dass diese Darstellung nicht belastbar ist. Gleichzeitig tauchen Überschneidungen mit Domains wie bitgrowcapital.com und bitmarketget.com auf, was die Zweifel zusätzlich verstärkt. Kontaktmöglichkeiten wie support@infygrow.com, support@bitmarketget.com oder die Telefonnummer (+1) 360 919 4220 werden genutzt, um Seriosität zu vermitteln. Die behauptete Eintragung in Belize lässt sich jedoch nicht verifizieren, während der Name eines real existierenden Unternehmens aus Singapur offenbar zweckentfremdet wird.
Existiert Infinity Grow Capital als echter Broker?
Nach außen entsteht der Eindruck eines etablierten Finanzdienstleisters. Tatsächlich handelt es sich eher um eine digital inszenierte Fassade: Handelsaktivitäten und Gewinne werden lediglich dargestellt, ohne real stattzufinden. Die Verwendung eines fremden Firmennamens dient dazu, Vertrauen zu erzeugen – ein Vorgehen, das im Bereich des Anlagebetrugs häufig zu beobachten ist. Die Verknüpfung mit bereits auffälligen Webseiten spricht zusätzlich gegen die Glaubwürdigkeit.
Warum Auszahlungen häufig ausbleiben
Zahlreiche Betroffene schildern ein ähnliches Muster: Sobald eine Auszahlung angefordert wird, erscheinen neue Forderungen, etwa in Form angeblicher Gebühren oder Steuern. Dahinter steckt eine gezielte Strategie, weiteren Zahlungsdruck aufzubauen. Die in Aussicht gestellten Gewinne existieren in Wirklichkeit nicht, sondern werden nur simuliert.
Die Rolle von Bankkonten im System
Damit solche Konstrukte funktionieren, greifen die Verantwortlichen auf echte Kontoverbindungen zurück. Über diese Konten fließen die eingezahlten Gelder weiter. Genau hier setzt die Aufklärung an: Durch die Nachverfolgung der Geldströme und die Identifikation der Kontoinhaber lassen sich Ansatzpunkte für eine Rückholung des Kapitals finden.
Wer steht hinter der Plattform?
Ein Blick auf die Domain liefert wichtige Hinweise: infygrowcap.com wurde am 13.12.2025 über NameCheap, Inc. registriert. Damit ist die Plattform vergleichsweise neu, was den behaupteten Erfahrungsschatz klar widerlegt. Die Abläufe wirken arbeitsteilig organisiert und überschreiten häufig Ländergrenzen. Callcenter befinden sich nicht selten außerhalb Europas, und mehrere Domains sowie E-Mail-Adressen dienen dazu, die tatsächlichen Strukturen zu verschleiern.
Rechtliche Bewertung
Wer falsche Angaben macht, um andere zur Zahlung zu bewegen, erfüllt in der Regel den Tatbestand des Betrugs gemäß § 263 StGB. Darüber hinaus kommt Kapitalanlagebetrug nach § 264a StGB in Betracht. Da die Gelder über verschiedene Konten geleitet werden, spielt auch der Aspekt der Geldwäsche (§ 261 StGB) eine wichtige Rolle. Auf zivilrechtlicher Ebene können Ansprüche unter anderem aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB sowie aus § 812 BGB entstehen.
Zu beachten ist außerdem: Rückflüsse von Geldern aus solchen Strukturen können rechtlich problematisch sein und sollten im Hinblick auf mögliche geldwäscherechtliche Risiken geprüft werden.
Erfahrungen und Gesamtbewertung
Die Rückmeldungen Betroffener zeichnen ein einheitliches Bild: auffällig hohe Gewinnversprechen, überzeugend wirkende Kommunikation und wiederholte Zahlungsforderungen. Insgesamt ergibt sich der Eindruck eines systematisch aufgebauten Betrugsmodells mit internationaler Ausrichtung.
Was Betroffene jetzt tun sollten
• Keine weiteren Überweisungen tätigen
• Sämtliche Kommunikation sichern
• Transaktionen und Kontoauszüge dokumentieren
• Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden erstatten
• Rechtliche Beratung durch einen spezialisierten Anwalt einholen
Möglichkeiten zur Rückforderung
Eine konsequente Analyse der Zahlungswege kann helfen, Verantwortliche zu identifizieren und Ansprüche durchzusetzen. Kanzleien mit Schwerpunkt im Bank- und Kapitalmarktrecht verfolgen solche Fälle, indem sie Geldflüsse rekonstruieren und beteiligte Kontoinhaber ermitteln. Wer betroffen ist, sollte zeitnah handeln und eine individuelle Prüfung veranlassen, um die nächsten Schritte zu klären.
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