Haben Sie über die Website aic-ag(.)net Geld angelegt und stoßen nun bei der Auszahlung auf Schwierigkeiten? In diesem Fall spricht vieles für ein betrügerisches Vorgehen. Die Betreiber verwenden unter anderem Subdomains wie user.controlentrydesk(.)com oder wt.controlentrydesk(.)net, treten über die E-Mail-Adresse support@aic-ag(.)net sowie die Telefonnummer +441204802107 auf und geben eine Geschäftsadresse am Limmatquai 72 in Zürich an. Zusätzlich locken sie mit Bonusversprechen von bis zu 80 %. Im Folgenden erfahren Sie, was dahinter steckt und welche Möglichkeiten bestehen, Ihr Geld zurückzufordern.
Existiert die AIC AG tatsächlich?
Die angebliche Investmentplattform erweist sich bei näherer Betrachtung als künstlich aufgebautes Konstrukt. Die genannte Schweizer Anschrift vermittelt Seriosität, dient jedoch lediglich als Fassade. Besonders problematisch ist, dass der Name der real existierenden AIC Leasing & Finanz AG missbraucht wird. Dadurch entsteht gezielt Vertrauen. Parallel betreiben die Verantwortlichen verschiedene technische Oberflächen über unterschiedliche Subdomains, die Kontobewegungen und Gewinne vortäuschen. In Wirklichkeit findet kein echter Handel statt – Nutzer sehen lediglich eine Simulation.
Einbindung in ein größeres Betrugsgeflecht
Die Plattform steht nicht für sich allein. Verbindungen bestehen zu weiteren Angeboten wie RCE Banque, EvoCrypto, Pixpal, XPinvestment oder Styx Trade. Solche Verknüpfungen sind typisch für strukturiert organisierte Anlagebetrugsmodelle. Die wiederkehrende Nutzung identischer Systeme und Kommunikationsmuster deutet auf ein professionell arbeitendes Netzwerk hin, das rechtlich unter anderem unter Betrug (§ 263 StGB) und unter Umständen auch als kriminelle Vereinigung (§ 129 StGB eingeordnet werden kann.
Warum Auszahlungen ausbleiben
Betroffene berichten übereinstimmend, dass Auszahlungsanträge entweder verzögert oder vollständig blockiert werden. Stattdessen fordern die Anbieter zusätzliche Einzahlungen, etwa unter dem Vorwand von Steuern, Gebühren oder angeblichen Sicherheitsprüfungen. Der in Aussicht gestellte Bonus von bis zu 80 % wird gezielt genutzt, um weiteren Druck aufzubauen. Tatsächlich fehlt diesen Forderungen jede rechtliche Grundlage.
Die Rolle von Bankkonten im Betrugssystem
Damit solche Modelle funktionieren, greifen die Täter auf reale Kontoverbindungen zurück. Diese werden häufig von Dritten – etwa sogenannten Finanzagenten – bereitgestellt. Das grundlegende Prinzip besteht darin, durch Täuschung Zahlungen zu erlangen. Genau darin liegt der Kern des Anlagebetrugs. Werden die Gelder anschließend verschleiert oder weitergeleitet, kann zusätzlich der Tatbestand der Geldwäsche (§ 261 StGB erfüllt sein. In der Praxis lassen sich die Empfänger dieser Zahlungen identifizieren, um Rückforderungen zu prüfen.
Wer hinter den Zahlungsempfängern steht
Die Geldflüsse verlaufen meist über ein verzweigtes System unterschiedlicher Konten. Dahinter stehen nicht selten Unternehmen, die als offizielle Empfänger auftreten. Diese können unter bestimmten Voraussetzungen zivilrechtlich in Anspruch genommen werden, etwa nach § 812 BGB oder § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB. Genau hier setzt die juristische Aufarbeitung an: Die Spur des Geldes wird nachvollzogen, um Verantwortliche greifbar zu machen.
Rechtliche Einordnung der Plattform
Das Geschäftsmodell verstößt gegen zentrale Vorschriften des Finanzmarktrechts. Insbesondere werden ohne erforderliche Erlaubnis Finanzdienstleistungen erbracht, was gegen § 32 KWG verstößt. Hinzu kommen Defizite bei gesetzlich vorgeschriebenen Informationspflichten gemäß § 5 DDG. In der Gesamtbetrachtung ergibt sich ein klares Bild eines betrügerischen Systems. Auch behördliche Warnhinweise – etwa durch die BaFin – bestätigen diese Einschätzung.
Handlungsempfehlungen für Geschädigte
• Keine weiteren Überweisungen vornehmen
• Sämtliche Belege und Kommunikationsverläufe sichern
• Strafanzeige bei den zuständigen Behörden stellen
• Juristische Prüfung der eigenen Ansprüche veranlassen
Dabei ist Vorsicht geboten: Selbst eingehende Zahlungen aus solchen Strukturen können rechtliche Risiken bergen, insbesondere im Zusammenhang mit Geldwäsche.
Möglichkeiten zur Rückforderung
RESCH Rechtsanwälte verfügen über jahrzehntelange Erfahrung im Bank- und Kapitalmarktrecht und unterstützen Betroffene bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche. Ziel ist es, Zahlungsströme nachzuvollziehen und die verantwortlichen Stellen zu identifizieren.
Wer Verluste über die AIC AG erlitten hat, sollte zeitnah rechtliche Schritte prüfen lassen. Eine Kontaktaufnahme ist telefonisch unter +49 30 / 88 59 77 0 oder über das Online-Formular möglich. Nach einer ersten Einschätzung wird aufgezeigt, welche Maßnahmen im konkreten Fall sinnvoll sind.
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