Wer über vornethpro(.)at investiert hat und bei Auszahlungen auf Hindernisse stößt, sollte von einem betrügerischen Vorgehen ausgehen. Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) warnt vor dem Anbieter. Nachfolgend wird erläutert, wie das System funktioniert und welche Schritte zur Rückholung von Geldern sinnvoll sind.
Existiert VornethPro als seriöser Anbieter?
Die Plattform inszeniert sich als zeitgemäße Handelsumgebung mit angeblich KI-gestützten Auswertungen und automatisierten Abläufen. Diese Darstellung dient dazu, Vertrauen zu erzeugen, entspricht jedoch nicht der Realität. Die genannten Standorte in Großbritannien, Deutschland, der Schweiz und Spanien sind nicht nachweisbar und offenbar frei erfunden.
Auch die technischen Rahmendaten werfen Fragen auf: Die Domain vornethpro(.)at wurde erst vor kurzer Zeit über Gransy s.r.o. registriert und zuletzt am 01.09.2025 aktualisiert. Solch kurze Nutzungszeiträume sind bei unseriösen Angeboten häufig zu beobachten. Die angegebene Kontaktadresse info@vornethpro(.)at scheint lediglich Teil der Kommunikationsstruktur innerhalb der Täuschung zu sein.
Berichte von Betroffenen folgen einem wiederkehrenden Muster: Zunächst vermitteln professionell gestaltete Oberflächen den Eindruck von Gewinnen. Diese existieren jedoch nur virtuell. Tatsächliche Investitionen in reale Märkte finden nicht statt.
Warum Auszahlungen ausbleiben
Zahlreiche Anleger schildern, dass Auszahlungsanfragen nicht erfüllt werden. Stattdessen werden immer neue Bedingungen formuliert, etwa angebliche Steuerforderungen, Gebühren oder Sicherheitsleistungen, die vor einer Auszahlung zu entrichten seien.
Ein solches Vorgehen erfüllt die Merkmale des Anlagebetrugs im Sinne der §§ 263 und 264a StGB. Wer durch bewusst falsche Angaben andere zur Zahlung veranlasst, handelt strafbar.
Die Gesamtbewertung fällt daher klar negativ aus: VornethPro ist kein vertrauenswürdiger Broker, sondern Teil eines betrügerischen Konstrukts.
Rolle von Bankkonten im Betrugssystem
Damit Gelder eingesammelt und weitergeleitet werden können, nutzen die Täter reale Konten. Diese stehen häufig auf Namen von sogenannten Finanzagenten.
Hier kommt der Tatbestand der Geldwäsche (§ 261 StGB) ins Spiel. Gleichzeitig können sich zivilrechtliche Ansprüche gegen die Kontoinhaber ergeben, insbesondere aus § 812 BGB sowie § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB.
Die Praxis zeigt, dass genau hier ein Ansatzpunkt für die Rückforderung liegt: Werden die Empfänger der Zahlungen identifiziert, lassen sich Ansprüche gezielt durchsetzen.
Wer steht hinter dem Angebot?
Hinter VornethPro steht kein reguliertes Finanzunternehmen. Vielmehr deutet alles auf ein arbeitsteilig organisiertes Netzwerk hin. Die international wirkende Darstellung dient lediglich dazu, Seriosität vorzutäuschen.
Die Warnung der FMA bestätigt, dass die Plattform ohne notwendige Genehmigung Finanzdienstleistungen anbietet. Vergleichbare Anforderungen ergeben sich etwa aus § 32 KWG.
Die Strukturen sind professionell aufgebaut: Callcenter und technische Systeme werden eingesetzt, um Anleger gezielt zu beeinflussen und langfristig an das System zu binden.
Rechtliche Einordnung
Anlagebetrug liegt vor, wenn gezielt falsche Informationen genutzt werden, um Vermögenswerte zu erlangen. Genau dieses Muster ist hier erkennbar.
Neben strafrechtlichen Folgen bestehen auch zivilrechtliche Möglichkeiten. Geschädigte können Rückzahlung und Schadensersatz geltend machen.
Zugleich ist Vorsicht geboten: Wer Gelder aus solchen Konstellationen zurückerhält, kann unter Umständen selbst in den Fokus geldwäscherechtlicher Prüfungen geraten. Eine juristische Begleitung ist daher dringend anzuraten.
Empfohlene Schritte bei Problemen mit VornethPro
Keine weiteren Überweisungen vornehmen.
Alle Belege zu Zahlungen sichern.
Kommunikation vollständig dokumentieren.
Strafanzeige erstatten.
Spezialisierte anwaltliche Beratung in Anspruch nehmen.
Zusammenfassung: Hier werden Anleger geneppt – Obacht!
Die vorliegenden Erkenntnisse und Erfahrungsberichte sprechen eindeutig für ein strukturiertes Betrugssystem. Auch die Einschätzung der FMA stützt diese Bewertung.
Wer Verluste erlitten hat, sollte zeitnah rechtliche Hilfe suchen, um mögliche Rückforderungsansprüche zu prüfen und durchzusetzen.
Resch Rechtsanwälte - Erfahrung im Anlegerschutz seit 1986
Resch Rechtsanwälte GmbH
Kurfürstendamm 129 e
10711 Berlin
Telefon: +49 30 8859770