Everstone: Betrugsverdacht und Wege zur Rückforderung

23.06.2026 6 Aufrufe Autor: Jochen Resch
Obacht! Indizien sprechen dafür, dass hinter Everstone (Everstone Portail LTD, Everstone Trading), eine von Betrügern initiierte Trading-Abzock-Falle lauert.

Wer bei Everstone investiert hat oder Plattformen wie esportailltd(.)com beziehungsweise cap(.)esportail(.)com nutzt, sollte umgehend reagieren. Es sprechen zahlreiche Indizien dafür, dass hinter Everstone, teils auch als Everstone Portail LTD bzw. Everstone Trading agierend, ein gezielt aufgebautes Täuschungssystem steht. Mehrere Internetadressen – etwa esportail(.)cc – dienen offenbar dazu, Seriosität vorzutäuschen. Im Folgenden wird erläutert, wie das Konstrukt funktioniert und welche Schritte zur Sicherung und möglichen Rückholung von Geldern sinnvoll sind.

 

Existiert Everstone Trading als reales Unternehmen?

Die Selbstdarstellung von Everstone Trading erweckt den Eindruck eines langjährig etablierten Finanzdienstleisters mit angeblicher Gründung im Jahr 2006 und beträchtlicher Marktbewertung. Von wegen! Die Domain esportailltd(.)com wurde erst am 18.03.2026 registriert, bei Tucows Domains Inc., während esportail(.)cc am 17.04.2025 über Immaterialism Limited eingerichtet wurde. Diese zeitlichen Daten stehen im klaren Widerspruch zur behaupteten Firmenhistorie. 

 

Vieles deutet darauf hin, dass die Plattform lediglich eine technisch aufwendig gestaltete Oberfläche ist, auf der Handelsaktivitäten nur vorgetäuscht werden. Auch die angegebene Geschäftsadresse in Singapur (163 Penang Road, Winsland House II, #08-01, Singapore 238463) klingt zwar top, ist aber ein Flop, denn sie lässt sich keinem realen Betrieb, der die hier eruierten Webauftritte zu verantworten hat, zuordnen.

 

Erfahrungsberichte legen ein wiederkehrendes Muster offen

Geschädigte schildern identische Abläufe. Nach erster Einzahlung erscheinen im Benutzerkonto vermeintliche Gewinne, die jedoch ausschließlich innerhalb der Plattform existieren. Eine Kontaktperson – etwa unter dem Namen Erick Jonathan – tritt mit E-Mail-Adressen wie erick.j@esportail(.)cfd oder erick.j@esportail(.)cc auf und baut gezielt Vertrauen auf. Hinweise deuten darauf hin, dass es sich um eine erfundene Identität handelt, die auch im Zusammenhang mit der Plattform Integral Market genutzt wird. Die Kommunikation erfolgt zusätzlich über Adressen wie support@esportailltd(.)com, finance@esportail(.)cc oder legal@esportail(.)cc sowie über diverse Rufnummern, etwa +6533778184, +41778087100, +447503562790 und +43720143513. Im Zentrum steht stets das Ziel, weitere Einzahlungen zu veranlassen.

 

Warum Auszahlungen ausbleiben

Sobald Anleger die Auszahlung ihres Guthabens verlangen, ändern sich die Spielregeln. Es werden zusätzliche Kosten, angebliche Steuern oder Gebühren geltend gemacht, die vor einer Auszahlung zu begleichen seien. Tatsächlich bleibt die Freigabe der Gelder aus, selbst wenn weitere Zahlungen geleistet werden. Dieses Vorgehen ist typisch für betrügerische Anlagekonstrukte. Den vorliegenden Berichten zufolge konnte kein Betroffener frei über sein vermeintliches Guthaben verfügen.

 

Vorgespiegelte Regulierung

Everstone beruft sich auf angebliche Aufsichten durch die Canadian Financial Industry Regulatory Authority sowie durch die Monetary Authority of Singapore. Kanada? Singapur? Für diese Behauptungen gibt es keine belastbaren Nachweise. Vielmehr spricht alles dafür, dass diese Angaben getürkt sind und bewusst eingesetzt werden, um Vertrauen zu gewinnen. Gleichzeitig liegt der Verdacht nahe, dass unerlaubte Finanzdienstleistungen im Sinne von § 32 KWG angeboten werden.

 

Die Rolle von Bankkonten im System

Damit Einzahlungen überhaupt möglich sind, werden reale Konten benötigt. Diese stehen entweder im direkten Zugriff der Verantwortlichen oder werden über Dritte bereitgestellt. In solchen Konstellationen kann auch der Tatbestand der Geldwäsche gemäß § 261 StGB erfüllt sein. Die Identifizierung der Kontoinhaber ist ein zentraler Ansatzpunkt, um Rückforderungsansprüche durchzusetzen. Wer Gelder aus solchen Strukturen entgegennimmt, kann sich unter Umständen selbst strafbar machen.

 

Rechtliche Einordnung: Koscher ist hier gar nichts

Das gezielte Vorspiegeln falscher Tatsachen mit dem Ziel, Vermögenswerte zu erlangen, erfüllt den Tatbestand des Betrugs nach § 263 StGB. Darüber hinaus kommen zivilrechtliche Ansprüche in Betracht, insbesondere Schadensersatz nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB sowie Rückforderungsansprüche aus § 812 BGB. Eine Strafanzeige allein führt in der Praxis selten zur Wiederbeschaffung der Gelder; entscheidend ist vielmehr die Nachverfolgung der Zahlungsströme.

 

Empfohlene Schritte für Betroffene des hier analysierten Scams

Wer betroffen ist, sollte umgehend handeln: Weitere Zahlungen einstellen, sämtliche Kommunikation und Belege sichern, rechtlichen Rat einholen und alle bekannten Empfängerkonten dokumentieren. Diese Maßnahmen erhöhen die Chancen, Ansprüche effektiv durchzusetzen.

 

Bewertung und Schlussfolgerung: Es droht Totalverlust!

Die Gesamtschau der Informationen spricht deutlich gegen ein legitimes Geschäftsmodell. Vielmehr zeigt sich ein strukturiertes Vorgehen, das auf Täuschung, Druck und wiederholte Zahlungsaufforderungen ausgerichtet ist. Anleger werden gezielt fehlgeleitet.

 

Die Kanzlei RESCH Rechtsanwälte verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Bank- und Kapitalmarktrecht und unterstützt Betroffene von Anlagebetrug sowie Geldwäsche. Wenn Sie Kapital bei Everstone verloren haben, ist schnelles Handeln entscheidend. Eine Kontaktaufnahme mit RESCH Rechtsanwälte ist telefonisch unter +49 30 / 88 59 77 0 oder über das Online-Formular möglich. Dort wird geprüft, welche rechtlichen Schritte zur Rückforderung Ihres Geldes in Betracht kommen.

 

 

Resch Rechtsanwälte - Erfahrung im Anlegerschutz seit 1986

Resch Rechtsanwälte GmbH

Kurfürstendamm 129 e

10711 Berlin

Telefon: +49 30 8859770

mail@resch-rechtsanwaelte.de

zum Kontaktformular