LibertexC: Anlagebetrug erkennen und eingezahltes Geld zurückfordern

20.05.2026 2 Mal gelesen Autor: Jochen Resch
LibertexC steht im Verdacht eines Trading-Betrugs. Anleger berichten über blockierte Auszahlungen und fingierte Gewinne beim Krypto-Handel.

Wer über libertexc.co oder die Subdomain client.libertexc.co Geld angelegt hat, ist sehr wahrscheinlich auf ein Täuschungsmodell hereingefallen. Die Betreiber geben sich mit professionellem Auftreten, angeblichen Bonuszahlungen bis 6.500 € und E-Mail-Kontakten wie support@libertexc.co oder legal@libertexc.co vertrauenswürdig. In Wirklichkeit handelt es sich um ein gezielt konstruiertes System, das Anleger in die Irre führt. Der folgende Überblick erklärt, wie das Vorgehen funktioniert und welche Schritte zur Rückholung der Gelder möglich sind.

 

Tritt LibertexC als echter Broker auf?

Nach außen präsentiert sich LibertexC wie ein regulierter Anbieter mit Sitz in London und angeblicher Aufsicht durch eine Institution namens „IFINMA“. Diese Darstellung hält einer Überprüfung nicht stand: Eine solche Finanzaufsicht wird von der BaFin nicht als legitime Behörde geführt. Auch die Namenswahl ist kein Zufall, sondern soll Nähe zur bekannten Marke „Libertex“ suggerieren. Genau dieses Spiel mit Bekanntheit ist ein häufiges Mittel bei Anlagebetrug.

Die angezeigten Handelsoberflächen, Kursverläufe und Gewinne haben keinen realen Hintergrund. Vielmehr handelt es sich um simulierte Darstellungen, die Vertrauen schaffen und zu weiteren Einzahlungen verleiten sollen. Erfahrungsberichte von Betroffenen zeigen übereinstimmend, dass kein tatsächlicher Handel stattfindet.

 

Warum Auszahlungen ausbleiben

Typisch für das Vorgehen ist, dass zunächst scheinbare Gewinne eingeblendet werden. Sobald Anleger jedoch eine Auszahlung verlangen, tauchen plötzlich neue Hürden auf. Es wird von angeblichen Steuern, Zusatzgebühren oder weiteren Einzahlungen gesprochen.

Diese Forderungen entbehren jeder Grundlage. Sie dienen ausschließlich dazu, weiteres Geld zu erhalten. Das Muster ist klar erkennbar: Eine Auszahlung erfolgt nicht, stattdessen steigt der Druck auf die Betroffenen.

 

Wie ist LibertexC rechtlich zu bewerten?

Die Gesamtbetrachtung fällt eindeutig negativ aus. Täuschende Angaben, eine nicht existierende Aufsicht und die bewusste Anlehnung an einen bekannten Namen sprechen eine klare Sprache. Hinzu kommt das typische Verhalten unseriöser Anbieter, insbesondere die Verweigerung von Auszahlungen.

Rechtlich liegt hier ein unerlaubtes Anbieten von Finanzdienstleistungen im Sinne von § 32 KWG nahe. Darüber hinaus kommen strafrechtliche Vorwürfe wie Betrug (§ 263 StGB) und Kapitalanlagebetrug (§ 264a StGB) in Betracht.

 

Warum Bankkonten eine zentrale Rolle spielen

Ohne reale Konten kann ein solches System nicht funktionieren. Über diese Konten werden die Einzahlungen der Anleger abgewickelt. Genau an diesem Punkt setzt die rechtliche Verfolgung an: Die Inhaber dieser Konten können identifiziert und zur Verantwortung gezogen werden.

Wer Gelder aus solchen Strukturen entgegennimmt, bewegt sich im Bereich der Geldwäsche nach § 261 StGB. Deshalb konzentriert sich die Durchsetzung darauf, Zahlungsströme nachzuvollziehen und Ansprüche geltend zu machen.

 

Wer steht hinter dem Konstrukt?

Die Verantwortlichen verbergen ihre Identität gezielt. Eine angebliche Londoner Adresse dient lediglich als Fassade. Tatsächlich arbeiten solche Netzwerke international organisiert und arbeitsteilig.

Dennoch führen Geldflüsse letztlich zu konkreten Personen oder Firmen. Genau dort können zivilrechtliche Ansprüche greifen, etwa aus § 812 BGB oder § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB.

 

Einordnung als Betrugssystem

Wer falsche Tatsachen vorspiegelt, um an fremdes Vermögen zu gelangen, erfüllt den Tatbestand des Anlagebetrugs. Genau dieses Schema zeigt sich hier: Anlegern wird eine funktionierende Handelsumgebung vorgetäuscht, obwohl tatsächlich keine echten Investitionen stattfinden.

Zu beachten ist außerdem: Rückflüsse von Geldern können im Einzelfall rechtliche Risiken bergen, etwa im Zusammenhang mit Geldwäsche. Eine sorgfältige Prüfung ist daher wichtig.

 

Konkrete Schritte für Betroffene

Weitere Zahlungen sollten sofort gestoppt werden. Sämtliche Kommunikation sowie Zahlungsbelege sollten gesichert werden. Zudem empfiehlt sich eine Strafanzeige bei den zuständigen Behörden. Parallel dazu sollte ein auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierter Rechtsanwalt eingeschaltet werden.

 

Wie sich Gelder zurückholen lassen

Eine konsequente Verfolgung der Zahlungswege ist entscheidend. Dabei werden Kontoinhaber innerhalb der beteiligten Netzwerke identifiziert und rechtlich in Anspruch genommen. Da diese Konten die Grundlage des Systems bilden, liegt hier der Ansatzpunkt für Rückforderungen.

Wer sein investiertes Kapital zurückverlangen möchte, sollte frühzeitig strukturiert vorgehen und rechtliche Unterstützung nutzen, um die eigenen Ansprüche durchzusetzen.

 

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