Alpen Trade: Rückforderung von Geldern nach Anlagebetrug

22.04.2026 34 Mal gelesen Autor: Jochen Resch
Alpen Trade täuscht mit Fake-Trading und blockiert Auszahlungen. Betroffene sollten schnell handeln, Belege sichern und Rückforderungen prüfen.

Wer über die Plattform Alpen Trade investiert und Verluste erlitten hat, ist höchstwahrscheinlich einem gezielten Betrug zum Opfer gefallen. Hinter den Domains alpentradingltd.com und ops.alpentradingltd.com verbirgt sich kein seriöser Anbieter, sondern ein System, das darauf ausgelegt ist, Anleger zu täuschen und zu weiteren Einzahlungen zu bewegen. Die Kontaktaufnahme erfolgt per E-Mail oder Telefon, begleitet von einer angeblichen Londoner Geschäftsadresse sowie einer erfundenen Regulierung durch „FINA EU“, vor der die BaFin bereits gewarnt hat. Der folgende Beitrag erklärt die Funktionsweise dieses Modells und zeigt, welche Schritte zur Rückforderung möglich sind.

 

Existiert Alpen Trade als seriöse Handelsplattform?

Auf den ersten Blick vermittelt Alpen Trade den Eindruck einer professionellen Trading-Umgebung. Nutzer sehen scheinbar aktive Konten, wachsende Gewinne und werden von vermeintlichen Beratern betreut. Dieses Gesamtbild dient jedoch lediglich dazu, Vertrauen aufzubauen. Hinter der Oberfläche verbirgt sich keine echte Handelsaktivität. Hinweise wie die Nutzung der Firmenbezeichnung „ALPEN TRADING LTD“ sowie die angegebene Adresse in London sprechen für einen Identitätsmissbrauch. Auch die angebliche Aufsicht durch „FINA EU“ ist frei erfunden, worauf die BaFin bereits hingewiesen hat.

 

Warum Auszahlungen bei Alpen Trade scheitern

Ein wiederkehrendes Muster zeigt sich bei Auszahlungsversuchen: Sobald Anleger ihr Guthaben abrufen möchten, werden zusätzliche Bedingungen eingeführt. Dazu zählen angebliche Steuerforderungen, Gebühren oder Sicherheitsleistungen. Jede weitere Zahlung führt lediglich zu neuen Forderungen, ohne dass es je zu einer tatsächlichen Auszahlung kommt. Dieses Vorgehen ist typisch für betrügerische Anlagekonstruktionen.

 

Die Rolle von Bankkonten im Betrugssystem

Damit das Modell funktioniert, greifen die Verantwortlichen auf reale Kontoverbindungen zurück. Die eingezahlten Gelder fließen jedoch nicht in Investments, sondern werden über verschiedene Konten weitergeleitet. Genau hier setzen rechtliche Schritte an: Durch die Nachverfolgung dieser Zahlungsströme lassen sich die beteiligten Kontoinhaber identifizieren. Ohne diese Infrastruktur wäre die Durchführung des Betrugs nicht möglich.

 

Wer organisiert Alpen Trade?

Die Hintermänner agieren in der Regel arbeitsteilig und international vernetzt. Während Callcenter den Kontakt zu Anlegern herstellen, kümmern sich andere Einheiten um Technik und Zahlungsabwicklung. Die Verwendung fremder Unternehmensdaten – wie im Fall von „ALPEN TRADING LTD“ – deutet auf professionelle Strukturen hin. Gleichzeitig bedeutet dies, dass wirtschaftlich Verantwortliche existieren, gegen die Ansprüche geltend gemacht werden können.

 

Rechtliche Bewertung des Vorgehens

Das Vorspiegeln falscher Tatsachen mit dem Ziel, Geld zu erlangen, erfüllt den Straftatbestand des Betrugs nach § 263 StGB. Häufig kommen weitere Delikte hinzu, etwa Kapitalanlagebetrug (§ 264a StGB) sowie Geldwäsche (§ 261 StGB), wenn Gelder über mehrere Konten verschoben werden. Zivilrechtlich bestehen Rückforderungsansprüche aus ungerechtfertigter Bereicherung (§ 812 BGB) sowie Schadensersatzansprüche (§ 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 263 StGB).

Zu beachten ist außerdem: Auch Empfänger solcher Gelder können sich strafbar machen, etwa wenn der Verdacht der Geldwäsche besteht. Eine juristische Prüfung im Einzelfall ist daher unverzichtbar.

 

Erfahrungen und Gesamtbewertung

Die Berichte von Betroffenen zeichnen ein einheitliches Bild: intensive Kontaktaufnahme, täuschend echt gestaltete Plattformen und konsequent verweigerte Auszahlungen. In Verbindung mit Identitätsmissbrauch, einer erfundenen Lizenz und der Warnung der BaFin ergibt sich ein klares Gesamtbild eines organisierten Anlagebetrugs.

 

Was Betroffene jetzt tun sollten

  • Keine weiteren Überweisungen vornehmen 
  • Sämtliche Unterlagen und Kommunikationsverläufe sichern 
  • Schnellstmöglich rechtlichen Rat einholen 
  • Keine zusätzlichen persönlichen Informationen weitergeben

 

Wege zur Rückholung der investierten Gelder

RESCH Rechtsanwälte verfügen über langjährige Erfahrung im Bank- und Kapitalmarktrecht sowie in der Aufarbeitung von Betrugsfällen. Der Fokus liegt darauf, Zahlungsströme zu analysieren, Kontoinhaber zu identifizieren und Ansprüche konsequent durchzusetzen. Wer Verluste über Alpen Trade erlitten hat, sollte prüfen lassen, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen, um das investierte Kapital zurückzufordern. Eine Kontaktaufnahme ermöglicht eine individuelle Einschätzung der Situation und die nächsten sinnvollen Schritte.

 

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