Vexontur: Trading-Plattform entlarvt – wie Geld zurückfordern?

20.04.2026 228 Mal gelesen Autor: Jochen Resch
Warnung vor Vexontur: Es ist Anlagebetrug! Plattform wirkt zwar seriös, dient aber der Abzocke. Viele Betroffene berichten. Rückholung prüfen.

Wer über Vexontur investiert hat, ist Opfer eines wohlstrukturierten Anlagebetrugs geworden. Die Seiten vexontur(.)com und client.vexontur(.)com erzeugen den Eindruck einer seriösen Handelsumgebung, dienen jedoch in Wahrheit dazu, Einzahlungen zu provozieren. Zahlreiche Betroffene schildern identische Abläufe – von aufschneiderischen Telefonaten bis hin zu scheinbar kompetentem Rundumsupport. Im Folgenden wird erläutert, wie das System funktioniert und welche Schritte zur Rückholung der Gelder möglich sind.

Existiert Vexontur als echte Handelsplattform?

Vexontur präsentiert sich als moderner Broker mit fortschrittlicher Technik, sicheren Systemen und persönlichem Support. In Aussicht gestellt werden Live-Marktdaten, hohe Sicherheitsstandards und professionelle Begleitung. Tatsächlich handelt es sich um eine inszenierte Oberfläche: Die angezeigten Handelsaktivitäten sind rein visuell, echte Gewinne entstehen nicht. Auffällig ist zudem das Registrierungsdatum der Domain (15.01.2026), was auf ein kurzfristig angelegtes Konstrukt hindeutet. Auch die Login-Seite gehört zu diesem künstlichen Gesamtbild.

Erfahrungsberichte: Täuschung durch erfundene Personen

Die Schilderungen von Geschädigten folgen einem wiederkehrenden Muster. Ansprechpartner treten unter Namen wie „Matthias Lehmann“ auf und geben sich als erfahrene Kontobetreuer aus. Recherchen zeigen jedoch, dass diese Identitäten nicht existieren. Unterschiedliche Telefonnummern und E-Mail-Adressen werden gezielt eingesetzt, um Seriosität vorzutäuschen. Dieses Vorgehen ist typisch für organisierte Betrugsstrukturen im Online-Trading.

Widersprüche bei Unternehmensangaben

Ein weiteres Indiz liefert die inkonsistente Darstellung von Firmendaten. Einerseits wird eine Adresse in Zürich genannt, andererseits soll britisches Recht gelten. Zusätzlich taucht in den Angaben eine fremde E-Mail-Adresse (zu TradeGaia gehörend, einer Plattform, die auf dem spanischen Markt aktiv war) auf, was auf Verbindungen zu anderen bekannten Betrugssystemen hindeutet. Solche Unstimmigkeiten sprechen klar gegen ein legitimes Finanzunternehmen.

Auszahlungen bleiben aus – so läuft das Schema

Sobald Investoren ihr Guthaben abrufen möchten, werden neue Hürden aufgebaut. Plötzlich werden Gebühren, Steuern oder Sicherheitsleistungen verlangt. Jede Zahlung zieht weitere Forderungen nach sich, ohne dass jemals eine Auszahlung erfolgt. Parallel dazu wird häufig Druck aufgebaut, um weitere Überweisungen zu erzwingen. Dieses Muster ist ein klassisches Merkmal systematischen Anlagebetrugs.

Juristische Bewertung verheißt Ungutes

Das Täuschen mit dem Ziel, Vermögenswerte zu erlangen, erfüllt den Straftatbestand des Betrugs (§ 263 StGB), häufig ergänzt durch Kapitalanlagebetrug (§ 264a StGB). Darüber hinaus liegt regelmäßig Geldwäsche (§ 261 StGB) vor, da die Gelder über verschiedene Konten geleitet werden. Zivilrechtlich können Rückforderungsansprüche insbesondere aus § 812 BGB und § 823 Abs. 2 BGB bestehen.

Warum Bankkonten der Schlüssel sind

Ohne reale Kontoverbindungen wäre die Durchführung solcher Systeme nicht möglich. Genau hier setzen rechtliche Maßnahmen an: Die Identifizierung der Kontoinhaber eröffnet Ansatzpunkte für Haftungsansprüche. In vielen Fällen lassen sich darüber Rückflüsse erzielen.

Vorsicht bei angeblichen Teilrückzahlungen

Betroffene berichten von kleineren Auszahlungen. Diese dienen dazu, Vertrauen aufzubauen. Doch Obacht: Unter Umständen können solche Gelder rechtlich problematisch sein. Eine vorherige juristische Prüfung ist daher dringend anzuraten.

Handlungsempfehlungen für Anlagebetrugsgeschädigte

  • Keine weiteren Überweisungen tätigen 
  • Sämtliche Unterlagen und Kommunikation sichern 
  • Unverzüglich rechtliche Beratung einholen 
  • Strafanzeige erstatten 
  • Zahlungsströme lückenlos dokumentieren 

Gesamtbewertung: Keine Vexontur-Seriosität erkennbar

Die Gesamtschau der Fakten – Erfahrungsberichte, widersprüchliche Angaben und das Verhalten bei Auszahlungsversuchen – führt zu einem eindeutigen Ergebnis: Vexontur ist kein seriöser Anbieter, sondern Teil eines organisierten Betrugssystems. Schnelles Handeln ist entscheidend, um finanzielle Schäden zu begrenzen. RESCH Rechtsanwälte ist eine auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei mit jahrzehntelanger Erfahrung in Fällen von Anlagebetrug und Geldwäsche. Betroffene können Kontakt aufnehmen, um ihre Ansprüche prüfen und die nächsten Schritte klären zu lassen.

 

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