Finio24: FMA-Warnung und Ansprüche bei Trading-Betrug

31.03.2026 76 Mal gelesen Autor: Jochen Resch
Finio24 steht unter Betrugsverdacht. Nicht ohne Grund, denn die FMA (AT) warnt. Opfer sollten: Keine Zahlungen mehr leisten, Beweise sichern, Ansprüche prüfen.

Wer über finio24(.)com oder app.finio24(.)com Geld angelegt hat, sollte von einem kapitalen Betrugsrisiko ausgehen. Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) hat am 26.03.2026 offiziell vor diesem Akteur gewarnt. Berichte von Nutzern deuten vor allem auf Schwierigkeiten bei Auszahlungen hin. Rasches Handeln kann helfen, Schäden zu begrenzen und mögliche Rückforderungen zu sichern.

 

Scheinbar professionell – tatsächlich Täuschung

Finio24 inszeniert sich als moderner Online-Broker mit fortschrittlichen Tools und überzeugender Oberfläche. Genau dieses Bild dient jedoch dazu, Vertrauen aufzubauen. Nutzer sollen annehmen, sie handelten in einer regulierten Umgebung mit Zugang zu echten Märkten. In Wirklichkeit fehlt jede Verbindung zu realen Handelsplätzen. Besonders irreführend ist der Hinweis auf eine angebliche Regulierung durch die britische FCA – diese Behauptung ist nachweislich falsch und Teil der Strategie.

 

Offizielle Warnung bestätigt die Lage

Mit der Veröffentlichung vom 26.03.2026 stellt die FMA klar: Für die angebotenen Finanzdienstleistungen liegt keine Genehmigung vor. Das bedeutet rechtlich, dass die Aktivitäten außerhalb des zulässigen Rahmens stattfinden. Für Anleger ergibt sich daraus eine eindeutige Bewertung – es handelt sich um ein strukturiertes Betrugssystem im Bereich Kapitalanlagen.

 

Existiert Finio24 als echter Anbieter?

Der Eindruck eines international tätigen Brokers wird gezielt erzeugt. Genannte Standorte wie Birmingham, Bern oder Wien sind jedoch lediglich Teil dieser Inszenierung. Auch die angegebenen Telefonnummern wirken vertrauenswürdig, erfüllen aber denselben Zweck. Zusätzlich wird die Identität der Chordis Capital Limited missbraucht, um Seriosität vorzutäuschen. Tatsächlich existieren weder echte Depots noch reale Handelskonten – angezeigt werden lediglich manipulierte Zahlen.

 

Auszahlungen bleiben aus

Ein typisches Muster zeigt sich bei der Auszahlung: Betroffene berichten, dass immer neue Forderungen wie Gebühren, Steuern oder Sicherheitsleistungen erhoben werden. Jede weitere Zahlung erhöht lediglich den Verlust. Genau hierin liegt der Kern des Anlagebetrugs – gezielte Täuschung, um Vermögenswerte zu entziehen.

 

Rolle von Bankkonten und rechtliche Ansätze

Damit Gelder fließen können, werden reale Konten genutzt, häufig über Dritte organisiert. Diese Konstruktionen erfüllen strafrechtliche Tatbestände, etwa im Zusammenhang mit Geldwäsche (§ 261 StGB). Gleichzeitig ergeben sich daraus Ansatzpunkte für Rückforderungen: Über zivilrechtliche Wege, etwa nach § 812 BGB oder § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB, lassen sich Ansprüche prüfen und durchsetzen.

 

Hintergründe und Struktur

Die Domain finio24(.)com wurde am 07.09.2025 über OnlineNIC, Inc. registriert. Die Kommunikation erfolgt über E-Mail-Adressen wie support@finio24.com oder complaint@finio24.com. Die Vorgehensweise entspricht typischen Mustern organisierter Tätergruppen, bei denen auch der Tatbestand der kriminellen Vereinigung (§ 129 StGB) relevant sein kann.

 

Was Betroffene jetzt tun sollten

Entscheidend ist ein strukturiertes Vorgehen: Keine weiteren Zahlungen leisten, sämtliche Unterlagen sichern, Anzeige erstatten und frühzeitig rechtlichen Beistand einholen. Vereinzelt auftretende Rückzahlungen dienen oft nur dazu, weiteres Vertrauen zu schaffen. Unter Umständen können solche Zahlungen sogar rechtliche Risiken für Empfänger bergen.

 

Möglichkeiten zur Rückholung von Geldern

RESCH Rechtsanwälte sind seit vielen Jahren im Bank- und Kapitalmarktrecht tätig und befassen sich intensiv mit Fällen von Anlagebetrug und Geldwäsche. Durch die Nachverfolgung von Zahlungsströmen und die Identifikation beteiligter Kontoinhaber werden Ansprüche systematisch geltend gemacht. Wer betroffen ist, sollte nicht zögern, rechtliche Schritte einzuleiten und seinen Fall prüfen zu lassen.

 

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