NextChain: FMA warnt, Wege zur Geldrückforderung

30.03.2026 26 Mal gelesen Autor: Jochen Resch
NextChain steht unter akutem Betrugsverdacht. Die FMA (AT) warnt. Betrogene sollten keine Zahlungen leisten, Beweise sichern und Ansprüche rechtlich prüfen.

Wer über nextchain.at investiert hat und mit angeblich sicheren Gewinnen geködert wurde, ist sehr wahrscheinlich Opfer eines Betrugssystems geworden. Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) warnte am 24.03.2026 ausdrücklich vor dieser Plattform. Auffällig ist zudem die nahezu identische Gestaltung zur Seite zyphorbit.at. Versprechen wie „148 % durchschnittlicher Gewinn“ dienen lediglich dazu, Anleger in die Irre zu führen. Im Folgenden erfahren Sie, wie das System funktioniert und welche Schritte zur Rückforderung möglich sind.

 

Existiert NextChain als seriöser Anbieter?

Auf den ersten Blick vermittelt NextChain den Eindruck eines professionellen Krypto-Dienstleisters. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass es sich um eine künstlich aufgebaute Fassade handelt. Die Struktur und Inhalte der Website gleichen nahezu vollständig der bereits bekannten Plattform ZyphorBit. Solche Doppelstrukturen sind ein typisches Merkmal organisierter Betrugsmodelle im Online-Trading. Tatsächliche Handelsaktivitäten finden nicht statt – die angezeigten Gewinne sind lediglich simuliert. Auch die Warnung der FMA bestätigt diese Einschätzung.

 

Erfahrungen mit NextChain: Wie Anleger getäuscht werden

Berichte von Betroffenen folgen meist demselben Muster. Nach einer ersten Einzahlung erscheinen schnell hohe Renditen im Benutzerkonto. Diese angeblichen Gewinne – teilweise bis zu 148 Prozent – sind frei erfunden. Ihr Zweck besteht darin, Vertrauen aufzubauen und weitere Einzahlungen zu provozieren. Sobald Anleger eine Auszahlung verlangen, werden sie mit Forderungen nach zusätzlichen Gebühren, angeblichen Steuern oder technischen Problemen konfrontiert. Nicht selten endet der Kontakt abrupt. Dieses Vorgehen spricht klar gegen die Seriosität der Plattform.

 

Rechtliche Bewertung von NextChain

Aus juristischer Sicht ergibt sich ein eindeutiges Bild. Die FMA weist darauf hin, dass NextChain unerlaubt Finanzdienstleistungen anbietet. Damit liegt ein Verstoß gegen § 32 KWG vor. Darüber hinaus kommen Straftatbestände wie Betrug (§ 263 StGB) sowie Kapitalanlagebetrug (§ 264a StGB in Betracht). Ein solcher Tatbestand ist erfüllt, wenn gezielt falsche Informationen eingesetzt werden, um Anleger zu Zahlungen zu bewegen – genau dieses Schema ist hier erkennbar.

 

Warum Auszahlungen ausbleiben

Das Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, Einzahlungen zu maximieren, nicht aber Gelder zurückzuführen. Auszahlungen sind daher systematisch nicht vorgesehen. Stattdessen werden immer neue Hindernisse aufgebaut, etwa zusätzliche Kosten oder formale Anforderungen. Die angegebenen Kontaktadressen erfüllen lediglich eine Alibifunktion; ein echter Support existiert nicht. Häufig bricht die Kommunikation vollständig ab, sobald kritische Nachfragen gestellt werden.

 

Die Rolle von Bankkonten im Betrugssystem

Damit Zahlungen überhaupt möglich sind, greifen die Täter auf reale Kontoverbindungen zurück, die häufig über sogenannte Geldwäschenetzwerke bereitgestellt werden. Hier kommt § 261 StGB ins Spiel. Durch die Identifikation dieser Kontoinhaber lassen sich zivilrechtliche Ansprüche, insbesondere aus § 812 BGB und § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB, geltend machen. Auf diesem Weg kann versucht werden, verlorene Gelder zurückzuholen.

 

Wer steckt hinter NextChain?

Hinter Plattformen dieser Art stehen meist international vernetzte Tätergruppen. Diese Strukturen ermöglichen es, Geldströme schnell zu verschieben und ihre Herkunft zu verschleiern. Dennoch hinterlassen Transaktionen nachvollziehbare Spuren. Genau hier setzt die rechtliche Aufarbeitung an, insbesondere durch die Inanspruchnahme der beteiligten Kontoinhaber.

 

Vorsicht bei angeblichen Rückzahlungen

In einzelnen Fällen erhalten Geschädigte kleinere Beträge zurück. Dabei handelt es sich jedoch nicht um echte Rückerstattungen, sondern um eine Strategie zur weiteren Vertrauensbildung. Unter Umständen kann die Annahme solcher Gelder rechtliche Risiken bergen, etwa im Zusammenhang mit Geldwäsche. Eine rechtliche Prüfung ist daher dringend anzuraten.

 

Handlungsempfehlungen für Betroffene

  • Keine weiteren Zahlungen leisten 
  • Sämtliche Unterlagen, Transaktionen und Kommunikationsverläufe sichern 
  • Strafanzeige erstatten 
  • Einen auf Anlagebetrug spezialisierten Rechtsanwalt konsultieren 

 

Wege zur Rückforderung Ihres Geldes

RESCH Rechtsanwälte ist auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Betrugsfällen und Geldwäsche. Der Fokus liegt darauf, Zahlungsströme nachzuvollziehen, verantwortliche Kontoinhaber zu identifizieren und Ansprüche konsequent durchzusetzen.

Wenn Sie Geld an NextChain überwiesen haben, sollten Sie unverzüglich handeln. Eine rechtzeitige Prüfung erhöht die Chancen, Vermögenswerte zu sichern und Ansprüche erfolgreich geltend zu machen.

 

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