Fides Ventures tritt nach außen als angeblich amerikanisches Unternehmen auf und wendet sich gezielt an deutsche Anlegerinnen und Anleger. Die Kontaktaufnahme erfolgt überwiegend über WhatsApp-Gruppen und private Chats. Parallel nutzt der Anbieter die Bezeichnungen „Fides Ventures“ sowie „Fides Ventures Business School“ und verweist auf die Website fidesventuress(.)com. Inhaltlich wird der Eindruck eines professionellen Bildungs- und Investmentanbieters vermittelt, der exklusiven Zugang zu besonders lukrativen Anlagemöglichkeiten eröffne.
Nach den der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vorliegenden Erkenntnissen besteht jedoch ein erhebliches Risiko. Die BaFin ermittelt gegen Fides Ventures sowie gegen die kooperierende Plattform Nexquant. Beide Anbieter werden nicht von der BaFin beaufsichtigt. Es besteht der Verdacht, dass ohne die erforderliche Erlaubnis Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen angeboten werden.
Diese Warnung ist aus rechtlicher Sicht von erheblicher Tragweite und richtet sich ausdrücklich an Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland.
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Fides Ventures – Auftreten als Business School und Token-Projekt
Fides Ventures tritt nicht nur als Investmentanbieter auf, sondern gibt sich zusätzlich als „Business School“ aus. Diese Kombination aus angeblicher Ausbildung, exklusivem Wissen und Investmentmöglichkeiten ist aus anwaltlicher Sicht besonders problematisch. Anlegerinnen und Anleger sollen den Eindruck gewinnen, sie würden zunächst geschult und anschließend in ein innovatives Finanzsystem eingeführt.
Zentral beworben wird dabei ein sogenannter „FIVS-Token“. Dieser Token soll vorbörslich erhältlich sein und über die angeblich kooperierende Kryptobörse Nexquant gehandelt werden können. Solche Konstruktionen sind aus vergleichbaren Fällen bekannt und dienen häufig dazu, ein Gefühl von Exklusivität und zeitlicher Knappheit zu erzeugen.
Fides Ventures – Rolle von Nexquant und den Handelsplattformen
Der Handel mit den empfohlenen Kryptowerten, einschließlich des beworbenen Tokens, soll über die Plattform von Nexquant erfolgen. Diese tritt unter verschiedenen Bezeichnungen auf, unter anderem als „Nexquant Exchange Ltd.“. Der Zugang erfolgt über wechselnde Domains wie nexquantexs(.)com oder nexquantex(.)com. Zusätzlich werden Anlegerinnen und Anleger aufgefordert, die Apps „Nexquant“ oder „Nexquant Pro“ in App-Stores herunterzuladen.
Nach Erkenntnissen der BaFin werden über diese Plattformen ohne Erlaubnis Finanz- und Kryptowerte-Dienstleistungen angeboten. Eine behördliche Zulassung oder Aufsicht besteht nicht. Für Anleger bedeutet dies, dass zentrale Schutzmechanismen fehlen.
Fides Ventures – Typisches Ablaufmuster der Geschäftsanbahnung
Das Vorgehen von Fides Ventures folgt einem bekannten Schema, das in zahlreichen vergleichbaren Fällen zu erheblichen Verlusten geführt hat. Zunächst werden über soziale Medien Werbeanzeigen geschaltet. Beworben werden kostenlose Aktienempfehlungen, Schulungen oder exklusives Wissen zum Handel mit Finanzinstrumenten. Teilweise wird mit bekannten Wirtschaftsexperten oder lizenzierten Instituten geworben, ohne dass hierfür eine überprüfbare Grundlage besteht.
Interessierte werden aufgefordert, über WhatsApp Kontakt aufzunehmen und einer Gruppe beizutreten. In diesen Gruppen tritt ein vermeintlicher Experte auf, der regelmäßig Inhalte zu Finanzthemen teilt. Unterstützt wird er durch eine Assistenz, die den Chat moderiert und gezielt persönlichen Kontakt zu einzelnen Mitgliedern hält.
Über Wochen hinweg wird Vertrauen aufgebaut. Erst danach werden konkrete Anlageempfehlungen ausgesprochen. Häufig wird ein innovatives System vorgestellt, das angeblich besonders hohe Gewinne ermöglicht. Teilweise wird ein eigener Krypto-Token beworben, der nur einem begrenzten Kreis zugänglich sei.
Fides Ventures – Psychologische Mechanismen und Gruppendynamik
Ein zentrales Element dieser WhatsApp-Gruppen ist die gezielte Nutzung psychologischer Effekte. Durch tägliche Check-Ins, Gewinnspiele oder kleine Belohnungen sollen Mitglieder aktiv gehalten werden. Die Gruppe erzeugt sozialen Druck und den Eindruck, Teil einer exklusiven Gemeinschaft zu sein.
In manchen Fällen werden Testeinzahlungen oder kleine Testauszahlungen ermöglicht. Diese dienen ausschließlich der Vertrauensbildung. Sobald Anlegerinnen und Anleger höhere Beträge investieren, verschärft sich die Situation. Der Druck zu weiteren Einzahlungen steigt, Auszahlungen werden verzögert oder an neue Bedingungen geknüpft.
Fides Ventures – Einzahlungen, Auszahlungsprobleme und Eskalation
Einzahlungen erfolgen häufig über ausländische Konten oder in Kryptowerten. Diese Zahlungswege erschweren die Rückverfolgung erheblich. Im weiteren Verlauf werden Auszahlungen entweder vollständig blockiert oder nur unter zusätzlichen Bedingungen in Aussicht gestellt. Neue Gebühren, angebliche Steuern oder technische Prüfungen werden genannt, ohne dass es zu einer tatsächlichen Auszahlung kommt.
Parallel dazu wechseln häufig die Erreichbarkeit der Websites und die Kommunikationskanäle. Domains werden abgeschaltet oder ersetzt, Ansprechpartner sind plötzlich nicht mehr erreichbar. Dieses Verhalten ist typisch für unerlaubte und betrügerische Online-Investmentmodelle.
Fides Ventures – Fehlende rechtliche Grundlage und Aufsicht
Wer in Deutschland Finanz-, Wertpapier- oder Kryptowerte-Dienstleistungen anbietet, benötigt eine behördliche Erlaubnis. Diese Erlaubnispflicht dient dem Schutz der Anleger. Nach den Erkenntnissen der BaFin verfügen weder Fides Ventures noch Nexquant über eine solche Zulassung.
Die BaFin-Information basiert unter anderem auf § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz sowie weiteren aufsichtsrechtlichen Vorschriften. Fehlt die Erlaubnis, greifen keine Kontroll- und Schutzmechanismen. Anleger haben regelmäßig keine verlässlichen Ansprechpartner und kaum realistische Durchsetzungsmöglichkeiten.
Fides Ventures – Risiken für Anlegerinnen und Anleger
Das Risiko beschränkt sich nicht auf den unmittelbaren Kapitalverlust. Zusätzlich besteht eine erhebliche Gefahr des Datenmissbrauchs. In den Gruppen und bei der Registrierung auf den Plattformen werden häufig sensible personenbezogene Daten erhoben. Ohne regulierten Anbieter ist unklar, wie diese Daten verwendet oder weitergegeben werden.
Darüber hinaus besteht das Risiko, in weitere Betrugsmodelle verwickelt zu werden, etwa durch Folgeangebote oder angebliche Recovery-Services.
Fides Ventures – Handlungsempfehlungen für Betroffene
Anlegerinnen und Anleger, die mit Fides Ventures, Nexquant oder den genannten Websites in Kontakt stehen oder bereits investiert haben, sollten:
– keine weiteren Zahlungen leisten
– keine zusätzlichen Daten übermitteln
– sämtliche Kommunikationsverläufe, Screenshots und Zahlungsnachweise sichern
– keine Fernzugriffssoftware installieren
– eine rechtliche Ersteinschätzung einholen
Erfahrungsgemäß führen weitere Einzahlungen nicht zu einer Auszahlung, sondern lediglich zu einer Ausweitung des Schadens.
Fides Ventures – Zusammenfassende Bewertung aus anwaltlicher Sicht
Die Ermittlungen der BaFin gegen Fides Ventures und Nexquant sind ein klares Warnsignal. Das Auftreten über WhatsApp-Gruppen, die Bewerbung eines eigenen Tokens und der Handel über nicht zugelassene Plattformen sprechen aus anwaltlicher Sicht eindeutig gegen einen seriösen Anbieter. Anlegerinnen und Anleger sollten höchste Vorsicht walten lassen und keine Gelder investieren.
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