Soforthilfe gegen Zeitschriften-Abo der PVZ Pressevertriebszentrale

10.03.2025 1063 Aufrufe Autor: Dipl.-Jur. Dipl.-Kfm. Sebastian Günnewig
Inkasso-Mahnung von ADU oder GMI für PVZ-Abo erhalten? Erfahren Sie wer von Ihnen die Zahlung verlangt, welche Risiken bestehen + wie Sie reagieren sollten.

Unerwartete Mahnungen für vermeintliche Abonnements

Verbraucher wenden sich an uns, wenn sie plötzlich Rechnungen und Mahnungen der Pressevertriebszentrale GmbH & Co. KG (PVZ GmbH). Die PVZ GmbH übernimmt dabei regelmäßig  die "Verwaltung des Abonnements" nach einem vermeintlichen Vertragsschluss, der auf verschiedenen Wegen zustande kommen kann.

Auch Sie sind betroffen? Nutzen Sie gerne unsere kostenfreie und unverbindliche Ersteinschätzung per E-Mail. Senden Sie uns erhaltene Zahlungsaufforderungen von der PVZ, vom Inkasso oder von Anwälten: Zum Hilfe-Formular

Wie entstehen diese Abo-Verträge?

Die Abonnements können auf unterschiedliche Weise abgeschlossen worden sein:

  • Online-Registrierungen auf Portalen
  • Telefonische Gespräche mit Vertriebsmitarbeitern
  • Zurückgesendete Postkarten, Briefe oder Prospekte

Die PVZ GmbH verwaltet dabei Abonnements bzw. übernimmt auch die Abrechnung für zahlreiche bekannte Zeitschriften wie Stern, Focus, Brigitte und viele weitere Publikationen.

Als "Auftragsverarbeiter gemäß Art. 28 DSGVO" arbeitet die PVZ GmbH für verschiedene Auftraggeber, für die sie im Folgenden also die Betroffenen „Abonnenten“ kontaktiert.

Schnell raus aus dem Abo? Kündigung als problematischer Ansatz

Eine Kündigung mag zunächst naheliegend erscheinen, birgt jedoch mehrere Nachteile:

  • Sie wirkt erst zum Ende der Laufzeit
  • Sie tastet nicht die Wirksamkeit des zugrundeliegenden Vertrags an
  • Sie könnte als Schuldanerkenntnis gewertet werden

Zahlungsverweigerung und ihre Konsequenzen

Auch das Ignorieren von Mahnungen oder Rückbuchungen von Lastschriften löst das Problem nicht:

  • Die Zahlungsverweigerung beendet keinen Vertrag
  • Sie führt zu weiteren Mahnverfahren
  • Zusätzliche Kosten durch Inkasso und Rechtsanwaltsgebühren drohen

Inkasso-Mahnung von ADU GmbH - Allgemeiner Debitoren- und Inkassodienst

Bei diesem Inkassodienstleister können gestaffelte Kosten je nach Zahlungszeitpunkt gefordert werden:

  • Gebühren bei Zahlung innerhalb von 15 Tagen
  • Erhöhte Gebühren bei Zahlung bis 30 Tage
  • Weitere Kosten für ein mögliches gerichtliches Mahnverfahren

GMI - Gesellschaft für Mahn- und Inkassowesen mbH

Auch hier drohen Fristsetzungen und die Geltendmachung offener Beträge. Zu beachten ist, dass im Rahmen eines Inkasso-Verfahrens regelmäßig weitere Gebühren in Rechnung gestellt werden, die der Betroffene zahlen soll.

Anwaltliche und gerichtliche Schritte als letzte Eskalationsstufe Druckmittel

Bei weiterer Zahlungsverweigerung kann ein anwaltliches Mahnverfahren mit weiteren Gebühren und die Androhung gerichtlicher Schritte folgen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Forderung tituliert wird - dann sind Vollstreckungsmaßnahmen wie Kontopfändungen möglich, unabhängig davon, ob die Forderung ursprünglich berechtigt war.

Erhalten Sie einen Mahnbescheid oder Vollstreckungsbescheid, ist aufgrund der laufenden Fristen Eile geboten.

Handlungsempfehlungen für Betroffene

Wenn Sie unerwartete Forderungen der PVZ GmbH erhalten, insbesondere wenn Sie sich an keinen Vertragsabschluss erinnern, sollten Sie nicht ungeprüft zahlen. 

Eine rechtliche Ersteinschätzung kann helfen, die nächsten Schritte zu planen und ungerechtfertigten Forderungen effektiv entgegenzutreten.

Sie sind betroffen? Nutzen Sie gerne unsere kostenfreie und unverbindliche Ersteinschätzung per E-Mail. Senden Sie uns einfach erhaltene Mahnungen oder Inkassso-Schreiben: Zum Hilfe-Formular

 

Ihr Sebastian Günnewig

Rechtsanwalt und Datenschutzbeauftragter (TÜV)