Finio24 – Geschädigte Anleger suchen bereits rechtliche Hilfe

07.06.2026 4 Mal gelesen Autor: Arthur Wilms
Zu finio24.com liegen inzwischen behördliche Warnungen vor. Die bekannten Sachverhalte weisen erhebliche Parallelen zu klassischen Fällen des Anlagebetruges

Die Plattform Finio24 beziehungsweise finio24.com steht mittlerweile im Fokus mehrerer Finanzaufsichtsbehörden. Besonders schwer wiegt, dass die deutsche Finanzaufsicht BaFin öffentlich vor den Angeboten der Plattform gewarnt hat. Nach den Erkenntnissen der Behörde bieten die Betreiber auf der Website Bankgeschäfte, Finanzdienstleistungen und Kryptowerte-Dienstleistungen an, ohne über die hierfür erforderliche Erlaubnis zu verfügen. Die Betreiber sind der BaFin nach eigenen Angaben unbekannt.

Darüber hinaus existieren weitere Warnungen aus dem europäischen Ausland. Auch die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) veröffentlichte eine offizielle Warnung zu Finio24.

Die Kanzlei Wilms beobachtet die Entwicklungen rund um Finio24 aufmerksam. Die bekannten Abläufe weisen erhebliche Übereinstimmungen mit zahlreichen Verfahren auf, die wir im Bereich des Online-Anlagebetrugs und Kryptobetrugs bearbeiten. Besonders auffällig sind die angeblichen Handelsgewinne, die intensive Betreuung durch vermeintliche Finanzexperten und die später auftretenden Probleme bei Auszahlungen.

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Finio24 – Gleich mehrere Behörden sehen erhebliche Risiken

Ein besonders ernstzunehmendes Warnsignal besteht darin, dass nicht nur eine einzelne Behörde aktiv geworden ist.

Die BaFin veröffentlichte am 28.05.2026 eine Verbraucherwarnung zu finio24.com. Nach den Angaben der Behörde werden dort Bankgeschäfte, Finanzdienstleistungen und Kryptowerte-Dienstleistungen ohne die erforderliche Erlaubnis angeboten. Gleichzeitig stellte die Finanzaufsicht klar, dass die Betreiber nicht beaufsichtigt werden.

Auch die österreichische FMA warnte bereits vor Finio24 und riet ausdrücklich vom Abschluss von Geschäften mit diesem Anbieter ab.

Für Anleger ist dies von erheblicher Bedeutung.

Wer Finanzdienstleistungen in Deutschland oder Österreich anbietet, benötigt regelmäßig eine entsprechende behördliche Zulassung. Fehlt diese Erlaubnis, bestehen erhebliche Risiken für Investoren.

Finio24 – Die Plattform vermittelt den Eindruck eines professionellen Brokers

Wie zahlreiche andere problematische Trading-Plattformen präsentiert sich auch Finio24 mit einer professionellen Außendarstellung.

Anleger finden dort typischerweise:

  • moderne Handelsoberflächen,
  • Kursdiagramme,
  • Marktanalysen,
  • professionelle Grafiken,
  • angebliche Expertenbetreuung,
  • Hinweise auf hohe Renditechancen.

Genau diese Elemente sollen Vertrauen schaffen und den Eindruck vermitteln, mit einem seriösen Finanzunternehmen zusammenzuarbeiten.

Die Erfahrung unserer Kanzlei zeigt jedoch, dass professionelle Webseiten mittlerweile zum Standard vieler Anlagebetrüger gehören.

Die technische Qualität einer Website erlaubt keinerlei Rückschluss darauf, ob tatsächlich ein regulierter Anbieter hinter dem Angebot steht.

Finio24 – Hohe Gewinne sollen Anleger überzeugen

Ein Muster, das uns regelmäßig begegnet, besteht in der Darstellung angeblicher Gewinne.

Viele Betroffene berichten, dass bereits kurze Zeit nach den ersten Einzahlungen steigende Kontostände angezeigt wurden.

Hierzu gehören häufig:

  • erfolgreiche Handelspositionen,
  • hohe Renditen,
  • steigende Depotwerte,
  • positive Kontoentwicklungen.

Für Anleger entsteht dadurch der Eindruck, dass ihre Investition erfolgreich arbeitet.

Gerade diese Gewinnanzeigen führen oftmals dazu, dass weitere Gelder investiert werden.

Nach veröffentlichten Berichten zu Finio24 sollen Anlegern ebenfalls erhebliche Gewinne angezeigt worden sein, obwohl Zweifel bestehen, ob tatsächlich entsprechende Handelsgeschäfte durchgeführt wurden.

Finio24 – Immer neue Einzahlungen werden gefordert

Ein weiteres Merkmal vieler Betrugsplattformen besteht darin, Anleger zu immer höheren Investitionen zu bewegen.

Hierfür werden häufig unterschiedliche Begründungen verwendet:

  • höhere Handelsstufen,
  • VIP-Konten,
  • exklusive Handelsprogramme,
  • besondere Marktchancen,
  • zusätzliche Handelsmöglichkeiten.

Teilweise berichten Geschädigte von erheblichem Druck durch angebliche Broker.

Regelmäßige Anrufe und Nachrichten sollen die Bereitschaft erhöhen, weitere Gelder zu investieren.

Genau dieses Verhalten begegnet unserer Kanzlei regelmäßig in Verfahren wegen Online-Anlagebetrugs.

Finio24 – Die Probleme beginnen regelmäßig bei Auszahlungen

Der entscheidende Punkt tritt häufig erst dann ein, wenn Anleger ihr Geld zurückfordern möchten.

Genau an dieser Stelle berichten viele Betroffene über erhebliche Schwierigkeiten.

Zu den häufigsten Problemen gehören:

  • verweigerte Auszahlungen,
  • verzögerte Bearbeitung,
  • zusätzliche Gebührenforderungen,
  • angebliche Steuerzahlungen,
  • Sicherheitsleistungen,
  • Liquiditätsnachweise,
  • Freischaltungsgebühren.

Mehrere veröffentlichte Berichte zu Finio24 beschreiben genau dieses Muster. Anleger sollen trotz angeblicher Gewinne keinen Zugriff auf ihr Geld erhalten haben. Gleichzeitig seien weitere Zahlungen verlangt worden.

Aus anwaltlicher Sicht gehören solche Nachforderungen zu den deutlichsten Warnsignalen eines Anlagebetrugs.

Finio24 – Zweifel an angeblichen Regulierungen und Unternehmensangaben

Nach veröffentlichten Analysen soll Finio24 teilweise mit angeblichen Regulierungen geworben haben.

Besonders kritisch ist der Vorwurf, dass Hinweise auf eine FCA-Regulierung verwendet worden seien, obwohl eine solche Zulassung tatsächlich nicht bestanden haben soll.

Gerade angebliche Aufsichtsbehörden, Registrierungen oder internationale Unternehmensangaben sollten Anleger stets kritisch überprüfen.

Die Erfahrung zeigt, dass solche Angaben häufig dazu dienen, Vertrauen aufzubauen.

Finio24 – Kryptowährungen erschweren die Nachverfolgung

Wie bei vielen modernen Betrugsplattformen spielen Kryptowährungen häufig eine zentrale Rolle.

Einzahlungen erfolgen oftmals über:

  • Bitcoin,
  • Ethereum,
  • USDT,
  • Wallet-Systeme,
  • internationale Zahlungsdienstleister.

Dadurch wird für Anleger häufig schwer nachvollziehbar, wohin die Gelder tatsächlich geflossen sind.

Gleichzeitig hinterlassen Blockchain-Transaktionen regelmäßig wichtige digitale Spuren.

Aus diesem Grund sollten sämtliche Wallet-Adressen und Transaktionsdaten gesichert werden.

Finio24 – Was betroffene Anleger jetzt tun sollten

Wer bereits Gelder an Finio24 überwiesen oder Kryptowährungen transferiert hat, sollte sämtliche Unterlagen sichern.

Hierzu gehören insbesondere:

  • Kontoauszüge,
  • Überweisungsbelege,
  • Wallet-Adressen,
  • Transaktionsnummern,
  • E-Mails,
  • Chatverläufe,
  • Screenshots,
  • Telefonnummern der Ansprechpartner.

Weitere Zahlungen sollten keinesfalls erfolgen, wenn bereits Probleme bei Auszahlungen bestehen oder zusätzliche Gebühren verlangt werden.

FAQ zu Finio24

Gibt es behördliche Warnungen zu Finio24?

Ja. Sowohl die BaFin als auch die österreichische FMA haben öffentlich vor Finio24 gewarnt.

Warum ist die Warnung der BaFin wichtig?

Die BaFin geht davon aus, dass über finio24.com Bankgeschäfte, Finanzdienstleistungen und Kryptowerte-Dienstleistungen ohne die erforderliche Erlaubnis angeboten werden.

Welche Probleme berichten Anleger?

Betroffene schildern insbesondere Auszahlungsprobleme, Nachforderungen und Schwierigkeiten bei der Rückerlangung ihrer Gelder.

Sind die angezeigten Gewinne ein Nachweis für echte Handelsgeschäfte?

Nein. Die Darstellung von Gewinnen innerhalb einer Plattform erlaubt keine Aussage darüber, ob tatsächlich entsprechende Handelsgeschäfte durchgeführt wurden.

Welche Unterlagen sollten gesichert werden?

Kontoauszüge, Überweisungsbelege, Wallet-Daten, E-Mails, Chatverläufe und Screenshots sollten vollständig dokumentiert werden.

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