Darlehen

Rechtswörterbuch

 Normen 

§§ 488 - 512 BGB (Gelddarlehen)

§§ 607 - 609 BGB (Sachdarlehen)

MaBV

 Information 

Ein Darlehensvertrag ist ein Vertrag, durch den sich der Darlehensgeber verpflichtet, dem Darlehensnehmer Geld oder andere Sachen zu übergeben, die der Darlehensnehmer später in gleicher Menge und Güte zurückzugeben hat.

Die Gewährung des Darlehens kann entgeltlich oder unentgeltlich vereinbart werden. Das Entgelt besteht in den meisten Fällen entweder in einer Verzinsung der Darlehenssumme oder einem Disagio, einem Geldbetrag, der vor der Auszahlung des Geldes von der Darlehenssumme abgezogen wird.

Eine Mitdarlehensnehmerschaft liegt - ungeachtet der konkreten Vertragsbezeichnung - nur vor, wenn die Person ein eigenes sachliches und/oder persönliches Interesse an der Kreditaufnahme hat sowie als gleichberechtigter Partner über die Verwendung des Darlehens mitentscheiden darf. In den anderen Fällen ist lediglich eine Mithaftung gegeben, deren Sittenwidrigkeit sich bei Ehegatten / Lebenspartnern nach den Grundsätzen einer Bürgschaft beurteilt (BGH 25.01.2005 - XI ZR 325/03).

Im BGB wird zwischen folgenden Formen von Darlehensverträgen unterschieden, wobei der Gelddarlehensvertrag als Darlehensvertrag bezeichnet wird, während der Sachdarlehensvertrag auch im Gesetz als solcher bezeichnet wird:

 Siehe auch 

BGH 02.04.2009 - IX ZR 236/07 (Anfechtung von kapitalersetzenden Darlehen in der Insolvenz des darlehensgebenden Gesellschafters)

BGH 24.11.2003 - II ZR 171/01 (Darlehensgewährung an Gesellschafter als verbotene Ausschüttung)

BFH 09.07.2002 - IX R 65/00 (Schuldzinsen bei einem Darlehen für die Anschaffung eines teilweise vermieteten und teilweise selbstgenutzten Gebäudes)

BFH 18.01.2001 - IV R 58/99 (Voraussetzungen der steuerlichen Anerkennung eines Darlehensvertrages unter Angehörigen)

BVerwG 08.09.2005 - 3 C 50/04 (Rückforderung eines Darlehns der öffentlichen Hand)

Albrecht/Karahan/Lenenbach: Fachanwaltshandbuch für Bank- und Kapitalmarktrecht; 1. Auflage 2010

Bayer/Lieder: Darlehen der GmbH an Gesellschafter und Sicherheiten aus dem GmbH-vermögen für Gesellschaftsverbindlichkeiten; Zeitschrift für das Gesellschaftsrecht - ZGR 2005, 133

Enger/Schidl: Verkaufte Darlehen in der Insolvenz des Darlehensgebers; Wertpapier-Mitteilungen - WM 2005, 60

Schimansky/Bunte/Lwowski: Bankrechts-Handbuch; 4. Auflage 2011

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Schrottimmobilien: Ausstiegsmöglichkeiten der Anleger

Schrottimmobilien: Ausstiegsmöglichkeiten der Anleger

Wegen windiger Immobiliengeschäfte kämpfen bis heute viele Kleinanleger um ihre Existenz. Sie haben sich eine Schrottimmobilie andrehen lassen. Die bringt kaum Mieteinnahmen und ein großer Teil des… mehr

LG Berlin: Widerruf DKB (SKG) Darlehen aus 2011 wirksam – Fehlende Aufzählung aller Pflichtangaben

LG Berlin: Widerruf DKB (SKG) Darlehen aus 2011 wirksam – Fehlende Aufzählung aller Pflichtangaben

LG Berlin erklärt Widerrufsbelehrungen der DKB (SKG Bank AG) aus 2011 für unwirksam - DKB erkennt Fehlerhaftigkeit weiterer Widerrufsbelehrung der SKG aus 2011 an - Widerruf noch heute möglich -… mehr

BREST-TAUROS GmbH nach Abwicklungsverfügung der BaFin folgt der Insolvenzantrag

BREST-TAUROS GmbH nach Abwicklungsverfügung der BaFin folgt der Insolvenzantrag

Der BREST-TAUROS GmbH aus Leipzig wurde mit Bescheid vom 24.05.2016 aufgegeben, dass ohne Erlaubnis betriebene Einlagengeschäft im Zusammenhang mit Darlehensverträgen vom Typ Ronda II – Darlehen mit… mehr