BGH, 09.12.2010 - IX ZR 44/10 - Möglichkeit der Verpflichtung einer aus Rechtsanwälten und Steuerberatern bestehenden gemischten Sozietät vor dem Inkrafttreten des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG) zur Erbringung anwaltlicher Dienstleistungen gegenüber Mandanten; Erfordernis der Befugnis zur Rechtsberatung aller Mitglieder einer Sozietät als Gesellschaft bürgerlichen Rechts für die Möglichkeit der Verpflichtung der Sozietät zur Erbringung einer Rechtsdienstleistung; Vermutungsregel für das Zustandekommen eines Folgemandats im engen zeitlichen Anschluss zu einem vorherigen Mandat bei Beauftragung einer Beratersozietät mit der Sozietät

Bundesgerichtshof
Urt. v. 09.12.2010, Az.: IX ZR 44/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 09.12.2010
Referenz: JurionRS 2010, 30561
Aktenzeichen: IX ZR 44/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Schwäbisch Hall - 04.06.2009 - AZ: 6 C 1023/08

LG Heilbronn - 01.02.2010 - AZ: 5 S 24/09 St

Fundstellen:

AnwBl 2011, 220-222

BB 2011, 6-7

BFH/NV 2011, 559

BRAK-Mitt 2011, 74

DB 2011, 170-173

DStR 2011, 13

DStRE 2011, 391-394

EWiR 2011, 107

FamRZ 2011, 481

MDR 2011, 265-266

Mitt. 2011, 99 "Beauftragung einer Rechtsdienstleistung"

NJW 2011, 2301-2303

NJW 2011, 8

NJW-Spezial 2011, 94-95 "Folgemandat"

NWB 2011, 265

NWB direkt 2011, 87

NZG 2011, 226-228

StuB 2011, 200

StX 2011, 191

VersR 2011, 1266-1268

WM 2011, 1770-1772

ZAP EN-Nr. 130/2011

ZAP 2011, 189

ZIP 2011, 5-6

ZIP 2011, 129-132

Amtlicher Leitsatz:

BRAO § 59a; RBerG Art. 1 § 3 Nr. 2, § 5 Nr. 2; RDG § 5; BGB § 675 Abs. 1

Eine aus Rechtsanwälten und Steuerberatern bestehende gemischte Sozietät konnte sich auch vor dem Inkrafttreten des Rechtsdienstleistungsgesetzes Mandanten gegenüber zur Erbringung anwaltlicher Dienstleistungen verpflichten.

BGB §§ 133 C, 157 D, 164 Abs. 2

Hat ein Mandant eine Beratersozietät mit einer Rechtsdienstleistung beauftragt, so kommt ein im engen zeitlichen Anschluss daran erteiltes Folgemandat im Zweifel wiederum mit der Sozietät und nicht mit dem angesprochenen Sozius zustande.

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 9. Dezember 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser,
die Richter Raebel, Prof. Dr. Gehrlein, Grupp und
die Richterin Möhring
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil der 5. Zivilkammer des Landgerichts Heilbronn vom 1. Februar 2010 aufgehoben und die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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