Aufstiegsfortbildungsförderung

Rechtswörterbuch

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AFBG

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1. Allgemein

Mit dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) werden Teilnehmer eines beruflichen Aufstiegsfortbildungskurses durch Beiträge zu den Kosten der Maßnahme und zum Lebensunterhalt finanziell unterstützt.

Die Aufstiegsfortbildungsförderung ist insofern für den Bereich der beruflichen Fortbildung das Pendant zur Bundesausbildungsförderung nach dem BAföG. Das Geld wird ebenso wie das BAföG zum Teil als Zuschuss und zum Teil als Darlehen gezahlt.

Umgangssprachlich wird die Aufstiegsausbildungsförderung auch als "Meister-BAföG" bezeichnet, obwohl die Förderung nicht auf Meisterkurse beschränkt ist.

2. Anwendungsbereich

In den §§ 1 - 9 AFBG sind die Voraussetzungen des Fortbildungswilligen sowie die an die Maßnahme zu stellenden Anforderungen aufgeführt.

Der in § 2 AFBG geregelte Anwendungsbereich erfasst eine und nicht nur die erste Aufstiegsfortbildung.

Auch Aufstiegsfortbildungen zum Erzieher oder zur Erzieherin fallen in den Förderungsbereich, sofern sie im Regelfall eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen. Fortbildungen in der ambulanten und stationären Altenpflege mit Aufstiegscharakter sind grundsätzlich förderfähig.

Gemäß § 8 AFBG haben auch bestimmte ausländische Fortbildungswillige, die im Besitz eines unbefristeten Aufenthaltsrechts sind, einen Anspruch auf die Förderung.

3. Förderung von Teilnehmern mit Kindern

§ 10 Abs. 2 S. 3 AFBG dient der besseren finanziellen Unterstützung Fortbildungswilliger mit Kindern. Sie erhalten einen zusätzlichen Förderungsbetrag in Höhe von 210,00 EUR pro Kind. Zudem wird der Erhöhungsbetrag für Kinder zu 50 % als Zuschuss gewährt.

Der Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende von bis zu 113,00 EUR pro Kind und Monat bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr besteht pauschal, d.h. auf einen Nachweis der Betreuung sowie der konkret angefallenen Kosten wird verzichtet.

4. Erlass bei Bestehen der Prüfung

Gemäß § 13b Abs. 1 AFBG werden dem Teilnehmer bei dem Bestehen der Prüfung 25 % des Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erlassen.

5. Erlass bei Existenzgründung

Unter den in § 13b Abs. 2 AFBG genannten Voraussetzungen kann ein Teil des noch nicht fällig gewordenen Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren im Falle einer Existenzgründung bzw. Übernahme eines bestehenden Gewerbebetriebs erlassen oder gestundet werden.

Für die Einstellung und die dauerhafte Beschäftigung von zwei Arbeitnehmern oder einem Arbeitnehmer und einem Auszubildenden werden 66 % des für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren gewährten Restdarlehens erlassen. Insgesamt kann der Darlehenserlass für Existenzgründer und Existenzgründerinnen nicht mehr als 66 % betragen, selbst wenn mehr als zwei Arbeitnehmer eingestellt worden sind. Auch für mehrere Auszubildende kann nur ein Erlass in Höhe von 33 % gewährt werden.