Mediation reduziert Scheidungsfolgen für Kinder

Fachartikel aus dem Bereich Mediation und Streitschlichtung - 21.12.2016 - 206 mal gelesen.
Die Scheidungsfolgen für Kinder entstehen weniger durch die Scheidung ansich als durch den Umgang der Eltern mit den Kindern während und nach der Trennung und Scheidung. Mediation kann die Elternebene stärken und die Trennungsfolgen für Kinder reduzieren.
Mediation reduziert Scheidungsfolgen für Kinder

Jeder Mensch hat zwei wichtige persönliche Themen, den Kontakt mit Vater und Mutter. Dabei kommt es nicht darauf an, ob diese Ehe "funktioniert" hat oder geschieden wurde. Wir können daher eigentlich, wenn wir wollen, aus eigener Erfahrung beurteilen, wie es wohl unseren Kindern mit uns Eltern auch in bestehender, vielleicht manchmal nur durchgehaltener Ehe und Beziehung ergehen mag.

Beziehung geraten in Krisen, dies war bei unseren Eltern der Fall und wir kommen hoffentlich auch nicht an Krisen vorbei. Überwundene Krisen zeigen die Anpassungsfähigkeit des Paars, stärken den Zusammenhalt und damit letztendlich die Möglichkeit der Eltern den Kindern zu vertrauen.

Ein Psychoanalytiker sagte mir einmal, ein Paar trennt sich dann, wenn die Angst vor weiterer gemeinsamer Entwicklung größer ist, als die Angst sich zu trennen.

Wenn sich das Paar auf eine Trennung zubewegt, verkehrt sich Verbindendes in Unverständnis. Die Beziehungsebene, alles was früher zwischen den Menschen so tragend und stärkend empfunden wurde, ist belastet wird zunehmend als schwierig und streitig empfunden. Die Trennung erscheint der einzige Ausweg.

Eine Mediation zur Organisation der Trennung und Scheidung, kann die Beziehungsebene zwischen den Partnern klären und verhindern, dass die Partner die Kinder für den Streit instrumentalisieren und dadurch schädigen.

Eine Mediation hilft den Partnern dabei ihre Elternebene miteinander so zu klären, dass die Kinder ihr Vertrauen in die Verlässlichkeit beider Eltern als Eltern behalten oder neu stärken können.

Natürlich ist eine Trennung und Scheidung schlimm für Kinder, vielleicht aber nicht schlimmer als die Fortsetzung einer streitigen, oder schweigend aufrechterhaltenen Ehe.

Gravierende Folgen für  Kinder entstehen jedenfalls daraus, dass Eltern nicht in der Lage sind, sich gegenseitig als Vater und Mutter anzuerkennen und den Kindern die unbedingte Verlässlichkeit ihrer Elternschaft trotz bestehender Schwierigkeiten zu signalisieren. Eltern können so auch vorleben, das Schwierigkeiten im Leben auftauchen und gelöst werden können und so auf das künftige Beziehungsverhalten der Kinder positiv einwirken.

Eine Mediation hilft den Partnern das Verständnis ihrer wechselseitigen Verhaltensweisen wieder zu finden, um eine funktionierende Elternebene aufrechtzuerhalten. 

Trennungsfolgen aus Sicht der Kinder können auch durch Einbeziehung der beruflichen Sichtweise eines Verfahrensbeistandes für Kinder in die Mediation als deren Vertreter ohne Beteiligung der Kinder einbezogen werden. Hier entstehen für Eltern ganz neue Sichtweisen, wie Kinder in ihrem Lebensumfeld, Schule, Kindergarten sinnvoll und stärkend durch die Trennungsphase begleitet werden können.

In einer Mediation bestimmen die Partner ihre Möglichkeiten sinnvolle Wege durch die Trennung gerade auch für die Kinder zu finden. 

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