Waffen - Aufbewahrung

Rechtswörterbuch

 Normen 

§ 36 WaffG

Durchführungsverordnungen der Bundesländer zum WaffG

 Information 

1. Allgemein

Rechtsgrundlagen des Waffenrechts in Deutschland sind im Wesentlichen das Waffengesetz, die Allgemeine Waffengesetz-Verordnung, das Beschussgesetz und die Beschussverordnung.

Schusswaffen sind gemäß § 36 WaffG wie folgt aufzubewahren:

  • Langwaffen (ab 60 cm) sind in einem Schrank der Sicherheitsstufe A aufzubewahren. Dies gilt für eine Anzahl von bis zu zehn Langwaffen.

  • Werden Lang- und Kurzwaffen in einem Behältnis aufbewahrt, hat dieses den Sicherheitsanforderungen der Stufe B zu entsprechen, wird zusätzlich Munition aufbewahrt, muss das Behältnis einen Widerstandsgrad 0 aufweisen.

  • Die Aufbewahrung von Kurzwaffen allein erfordert ein Behältnis der Sicherheitsstufe B.

  • Werden Schusswaffen und Munition gemeinsam in einem Behältnis aufbewahrt, muss dieses die neue europäische Kategorie 0 erfüllen.

Ein vorsätzlicher Verstoß gegen die in § 52a WaffG aufgeführten Vorgaben der Aufbewahrung ist ein Straftatbestand, der mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird.

2. Transport

Der Transport einer Jagdwaffe bezeichnet im Gegensatz zum Führen einer Waffe die Beförderung der Waffe zu einem anderen Zweck als der Jagdausübung. Immer muss gemäß § 12 Absatz 3 Nummer 2 WaffG jedoch ein Zusammenhang mit der Jagdausübung gegeben sein.

Beispiel:

Ein Zusammenhang mit der Jagdausübung besteht bei einem Transport zum Schießstand oder dem Büchsenmacher, nicht jedoch zum Haus des Freundes, um die Waffe zu zeigen.

Weitere Voraussetzungen der Zulässigkeit eines Transports sind, dass die Waffe nicht schussbereit und nicht zugriffsbereit ist. Zur Beseitigung bestehender Rechtsunsicherheiten in der Praxis, die sich beim Transport von Schusswaffen ergeben, bestehen in Anlage 1 Abschnitt 2 Nrn. 12 und 13 WaffG Begriffsbestimmungen für die Schussbereitschaft / Zugriffsbereitschaft einer Schusswaffe:

  • Danach ist eine Waffe zugriffsbereit, wenn sie unmittelbar - also mit wenigen schnellen Handgriffen - in Anschlag gebracht werden kann. Nach der Gesetzesbegründung (BT-Drucksache 16/17717) wird dazu ausgeführt, dass eine Waffe zugriffsbereit ist, wenn sie mit weniger als drei Handgriffen in unter drei Sekunden in Anschlag gebracht werden kann. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Waffe am Körper in einem Holster getragen oder im PKW in unmittelbarer, leicht zugänglicher Reichweite des Fahrers ohne weitere Umhüllung in der Türablage oder im nur geschlossenen, aber nicht verschlossenen Handschuhfach mitgeführt wird. Beim Transport der Waffe verpackt in einem geschlossenen, nicht zwingend verschlossenen Futteral oder Behältnis (z.B. Aktenkoffer auf der Rückbank oder im Kofferraum des PKW) ist die Waffe hingegen grundsätzlich nicht zugriffsbereit.

  • Eine Waffe ist schussbereit, wenn sie geladen ist, d.h. Munition oder Geschosse in der Trommel, im in die Waffe eingefügten Magazin oder im Patronen-/Geschosslager sind. Die Waffe gilt in diesen Fällen auch dann als schussbereit, wenn sie nicht gespannt ist.

Hinweis:

Ein Transport von Waffen zu einer öffentlichen Veranstaltung erfordert gemäß § 42 WaffG eine Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörde.

 Siehe auch 

Gade: Erlaubnisfreier Schusswaffentransport; Neue Juristische Wochenschrift - NJW 2015, 3542