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Rechtswörterbuch

 Normen 

§ 32a UrhG

 Information 

Gesetzliche Regelung über eine nachträgliche Erhöhung der Vergütung zu Gunsten des Urhebers.

Steht die ursprünglich vereinbarte Nutzungsvergütung in einem auffälligen Mißverhältnis zu den Erträgen und Vorteilen aus der Nutzung des Werkes, hat der Urheber gemäß § 32a UrhG das Recht, eine Vertragsänderung zu verlangen, nach der er an den Erträgen angemessen zu beteiligen ist.

Unerheblich ist gemäß § 32a Abs. 1 S. 2 UrhG, ob die Vertragsparteien die Höhe der erzielten Erträge und Vorteile vorhergesehen haben oder hätten vorhersehen können.

Der Anspruch kann sich nicht nur gegen den Vertragspartner, sondern gemäß § 32a Abs. 2 UrhG auch gegen Dritte richten, soweit ihnen das Nutzungsrecht übertragen ist oder ihnen weitere Nutzungsrechte eingeräumt wurden.

Nach einem Urteil des BGH 21.06.2001 - I ZR 245/98 ist es unerheblich, ob die unerwartet hohen Erträge aus der Nutzung des Werkes auf dem Beitrag des Urhebers beruhen. Der Anspruch kann aber ausgeschlossen sein, wenn der Urheber nur einen untergeordneten Beitrag zu dem Werk geleistet hat.

 Siehe auch 

BGH 21.06.2001 - I ZR 245/98 (Keine nachträgliche Beteiligung, wenn der Urheber nur untergeordneten Beitrag zu dem Werk geleistet hat)

Schricker: Anmerkungen zu BGH 21.06.2001 - I ZR 245/98, JZ (Juristenzeitung) 2002, 149