BSG, 22.09.2009 - B 2 U 32/08 R - Zulässigkeit der Aufhebung bestandskräftiger Feststellungen eigener Beitragszahlungsansprüche durch die Berufsgenossenschaft; Ermessensausübung bei der Aufhebungsentscheidung

Bundessozialgericht
Urt. v. 22.09.2009, Az.: B 2 U 32/08 R
Gericht: BSG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 22.09.2009
Referenz: JurionRS 2009, 27082
Aktenzeichen: B 2 U 32/08 R
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LSG Baden-Württemberg - 29.09.2008 - AZ: L 1 U 1249/08

SG Karlsruhe - 20.02.2008 - AZ: S 1 U 1194/07

Rechtsgrundlagen:

§ 168 Abs. 2 SGB VIII

§ 73 Abs. 2 SGG

§ 73 Abs. 4 SGG

Fundstellen:

Breith. 2010, 342-345

SGb 2009, 661-662

Amtlicher Leitsatz:

1. Für den Nachweis der Prozessvollmacht gelten für Bevollmächtigte eines beklagten Trägers keine anderen Grundsätze als für die Prozessvertreter anderer Beteiligter (vgl § 73 Abs 2 SGG).

2. § 168 Abs 2 SGB 7 ermächtigt den zuständigen Träger dazu, frühere Beitragsfestsetzungen aufzuheben. Die Aufhebung kann auf verschiedene Weise erfolgen, muss aber hinreichend bestimmt erklärt werden, um die wirksame und bindende Beitragserstfestsetzung zu beseitigen.

in dem Rechtsstreit

Az: B 2 U 32/08 R

L 1 U 1249/08 (LSG Baden-Württemberg)

S 1 U 1194/07 (SG Karlsruhe)

......................,

Klägerin und Revisionsbeklagte,

Prozessbevollmächtigte: ..........................................,

gegen

Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd,

vertreten durch den Hauptgeschäftsführer ...............,

Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 15, 55130 Mainz,

Beklagte und Revisionsklägerin,

Prozessbevollmächtigte: .....................................

Der 2. Senat des Bundessozialgerichts hat auf die mündliche Verhandlung vom 22. September 2009 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. M e y e r , die Richter M u t s c h l e r und H e i n z sowie die ehrenamtliche Richterin G r ü t z m a c h e r und den ehrenamtlichen Richter S t e i n

für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg vom 29. September 2008 wird zurückgewiesen.

Die Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits auch in der Revisionsinstanz.

Der Streitwert wird auf 6.474,61 Euro festgesetzt.

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